Rückruf! Rattengift in Babynahrung? Hipp wird erpresst

Rückruf! Rattengift in Babynahrung? Hipp wird erpresst

Polizei spricht von „externem, kriminellem Eingriff“: Rattengift in Babynahrung! Hersteller Hipp wird erpresst

Die Hipp-Gläschen „Karotte mit Kartoffel“ (190 Gramm) sind von dem Rückruf betroffen

Die Hipp-Gläschen „Karotten mit Kartoffeln“ (190 Gramm) sind von dem Rückruf betroffen

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Wien (Österreich) – Die Drohung wurde Realität: In Österreich wurde jetzt das erste Hipp-Babygläschen positiv auf Rattengift getestet. Bereits am Freitagabend hatte der Babynahrung-Hersteller vorsorglich sein gesamtes Sortiment an Babykost-Gläschen bei der Supermarktkette Spar in Österreich zurückgerufen.

Fest steht: Hipp wird nach Angaben von österreichischen Behörden von Unbekannten mit Rattengift in der Babynahrung erpresst! Betroffen seien bisher drei Supermärkte in Österreich und Tschechien, berichtete die österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (Ages) am Samstagabend.

Auch Märkte in Tschechien und Slowakei betroffen

Das manipulierte Gläschen („Karotten mit Kartoffeln“, 190 Gramm) wurde laut der Landespolizeidirektion Burgenland in Schützen am Gebirge (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) sichergestellt. Es sei von einem Kunden gemeldet worden. Die Polizei: „Ein Verzehr hat nicht stattgefunden.“ Aber auch in Tschechien und in der Slowakei wurden mittlerweile vergiftete Hipp-Produkte entdeckt. Erste Laboruntersuchungen ergaben nach Polizeiangaben auch hier „einen giftigen Zusatzstoff“. Manipulierte Gläschen würden verdorben riechen. Die Behörde geht davon aus, dass möglicherweise ein weiteres Gläschen mit Gift in Österreich verkauft wurde.

Polizei: Hinweise kamen aus Deutschland

Hinweise auf die manipulierten Gläschen kamen laut österreichischer Polizei aus Deutschland. In Südmähren in Tschechien habe die Staatsanwaltschaft Brünn bereits Ermittlungen aufgenommen, sagte ein dortiger Polizeisprecher gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Man schätze die Gefahrensituation in Tschechien aber als „nicht sehr hoch“ ein.

Die Polizei im Bundesland Burgenland ermittelt mittlerweile auf Hochtouren. Das Bundeskriminalamt ist nach Angaben der Behörde eingeschaltet. Vorausgegangen seien „laufende Ermittlungen in Deutschland“, heißt es. Ein Hipp-Sprecher hatte es als einen „externen, kriminellen Eingriff“ bezeichnet. „Der Verzehr eines solchen Gläschens kann lebensgefährlich sein“, warnte das Unternehmen.

Eltern werden gebeten ungenutzte Gläschen in den Supermarkt zurückzubringen

Eltern werden gebeten, ungenutzte Gläschen in den Supermarkt zurückzubringen

Die Supermarktkette Spar in Österreich hatte von Freitag auf Samstag vorsorglich alle Hipp-Gläschen aus den Regalen genommen. Auf der Ages-Internetseite heißt es: „Im Rahmen von Ermittlungen der Kriminalpolizei besteht der Verdacht, dass einzelne Gläser des Produktes Hipp Gemüsegläschen ‚Karotte mit Kartoffel 190 Gramm‘ mit Rattengift versetzt wurden. Es handelt sich dabei um einen mutmaßlichen Erpressungsversuch.“ Zudem teilte die Ages weiter mit, dass von der Drohung „nach derzeitigem Stand“ eine Spar-Filiale in Eisenstadt (Burgenland) betroffen war sowie zwei Tesco-Filialen in Tschechien.

Vergiftete Gläschen bereits verkauft?

Möglich sei, dass manipulierte Gläser gekauft worden seien, bevor sie aus den Regalen geräumt wurden, warnt ein Polizeisprecher. Deshalb jetzt der Rückruf. Eltern seien aufgerufen, ungenutzte Gläschen in den Supermarkt zurückzubringen und sich bei der Polizei zu melden, falls ihnen etwas Verdächtiges aufgefallen sei. Dies sei auch nötig, um gegebenenfalls ein Beweismittel zu haben. 

Hipp: Deutschland sei nicht betroffen

Das Unternehmen hat für Deutschland Entwarnung gegeben. Ein Sprecher erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP: „Produkte und Vertriebswege in Deutschland oder anderen europäischen Ländern, die nicht Bestandteil der Ermittlungen sind, sind nicht betroffen. Nach aktuellem, behördlich bestätigtem Kenntnisstand betrifft der Fall ausschließlich klar abgegrenzte Vertriebswege.“

Die Polizei in Österreich bittet weiter um Hinweise unter der Telefonnummer +43 5913310-3333. Der Hipp-Elternservice in Österreich ist unter +43 7612 76577-104 erreichbar.

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