FCAS-Rüstungsprojekt in der Krise: Deutschland und Frankreich suchen Rettung
Das milliardenschwere Kampfflugzeug-Projekt zwischen Berlin und Paris steht vor dem Aus. Zwei Vermittler sollen bis April eine Lösung finden – doch die Industrie bereitet sich bereits auf alternatives Szenarien vor.
Das deutsch-französische Rüstungsprojekt FCAS befindet sich in einer kritischen Phase. Die Bundesregierung hat zwei erfahrene Vermittler beauftragt, im Streit zwischen den beteiligten Rüstungskonzernen zu schlichten. Bis zum 18. April sollen der frühere Krauss-Maffei-Chef Frank Haun und der französische Ex-Manager Laurent Collet-Billon eine Lösung präsentieren.
Der Konflikt entzündet sich an der Führungsrolle beim Bau des neuen Kampfflugzeugs: Der französische Konzern Dassault besteht darauf, das Projekt zu leiten, während die deutsche Airbus Defence diese Position ablehnt. Seit Dezember verhandeln die beiden Unternehmen nicht mehr direkt miteinander. Das seit 2017 geplante Projekt, das rund 100 Milliarden Euro kosten könnte, soll künftig das Rückgrat der europäischen Luftverteidigung bilden und neben dem Flugzeug auch Drohnen und künstliche Intelligenz umfassen.
Angesichts der festgefahrenen Situation erarbeitet die Rüstungsindustrie bereits Szenarien für ein mögliches Scheitern des ehrgeizigen Plans. Dabei werden derzeit drei unterschiedliche Optionen diskutiert – eine Einigung ist allerdings nicht in Sicht.