Japanische Soldaten bei Übung, östlich von Tokio (im Januar 2026)
Foto: Kim Kyung-Hoon / REUTERS
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Befeuert von Kriegen und Konflikten erreichten die globalen Militärausgaben dem Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri zufolge im elften Jahr in Folge einen neuen Höchststand. Inflationsbereinigt stiegen die Ausgaben im Vergleich zum Vorjahr um 2,9 Prozent. Innerhalb eines Jahrzehnts wuchsen sie sogar um 41 Prozent.
Alle Staaten wandten 2025 zusammen knapp 2,89 Billionen US-Dollar (knapp 2,47 Billionen Euro) für das Militär auf. Allerdings fiel der Anstieg deutlich geringer aus als 2024. Das führten die Friedensforscher auf einen Rückgang der US-Militärausgaben zurück. Der Hauptgrund dafür: die ausbleibenden Hilfen für die Ukraine. Dagegen investierten die USA mehr in ihre eigenen nuklearen und konventionellen militärischen Fähigkeiten. Der Irankrieg spielt in der Studie keine Rolle, es geht nur um Zahlen aus dem Jahr 2025.
Trotz des Rückgangs blieben die USA das Land mit den mit Abstand größten Ausgaben für das Militär (umgerechnet knapp 814 Milliarden Euro). In Zukunft dürfte die Zahl zudem wieder nach oben gehen, sagte Sipri-Experte Diego Lopes da Silva: »Die USA haben bereits Pläne zur Erhöhung ihrer Militärausgaben angekündigt.«
Dass die globalen Militärausgaben 2025 insgesamt erneut gestiegen sind, ist laut den Forschern vor allem auf die Aufrüstung in Europa zurückzuführen. Die Ausgaben der europäischen Staaten stiegen im vergangenen Jahr um 14 Prozent.
Die Ungewissheit, inwiefern ihnen die USA als verlässlicher Nato-Partner in Zukunft zur Seite stehen werden, habe sicher für viele Länder eine Rolle gespielt, meinte da Silva. »Wenn man sieht, dass sich die internationale Sicherheit verschlechtert, schafft das eine Atmosphäre der Unsicherheit – und um sich sicherer zu fühlen, stecken die Staaten mehr Geld in ihr Militär.«
Die Bundesrepublik landete auf Platz vier der Rangliste der Länder mit den höchsten Ausgaben – hinter den USA, China und Russland, aber vor allen anderen europäischen Staaten. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Ausgaben um 24 Prozent auf 114 Milliarden Dollar (rund 97 Milliarden Euro). Zum ersten Mal seit 1990 überschritten die deutschen Verteidigungsausgaben damit demnach das Zweiprozentziel der Nato. Insgesamt überschritten nach Sipri-Recherchen 22 der europäischen Nato-Partner diese Marke.
Russland und die Ukraine gaben im vierten Jahr des Krieges erneut mehr Geld für das Militär aus. In der Ukraine machten die Militärausgaben ganze 40 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus – ein noch größerer Anteil als 2024. Mehr als 60 Prozent der Staatsausgaben steckte das Land Sipri zufolge in sein Militär.
Auch in vielen asiatischen Ländern wie China, Japan, Taiwan, Indien und Pakistan machten die Militärausgaben angesichts zahlreicher Konflikte und Spannungen erneut einen Sprung nach oben. Im Nahen Osten stiegen sie 2025 dagegen nur leicht an. In Israel sanken die Ausgaben sogar, was die Sipri-Forscher »auf eine Verringerung der Intensität des Krieges im Gazastreifen nach dem Waffenstillstandsabkommen mit der Hamas im Januar 2025« zurückführen.
In Iran gingen die Militärausgaben aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage inflationsbereinigt sogar zurück. Ohne Berücksichtigung der hohen Inflation stiegen sie nach Sipri-Angaben. »Allerdings unterschätzen die offiziellen Zahlen mit ziemlicher Sicherheit die tatsächlichen Ausgaben«, so Sipri-Expertin Zubaida Karim. »Iran nutzt auch nicht im Haushalt ausgewiesene Öleinnahmen zur Finanzierung seines Militärs, einschließlich der Produktion von Raketen und Drohnen.«
Der jährlich erscheinende Sipri-Bericht zu den Militärausgaben in aller Welt gilt als umfassendste Datensammlung dieser Art. Zu den Ausgaben zählen die Friedensforscher auch Aufwände für Personal, Militärhilfen sowie militärische Forschung und Entwicklung.
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