Russland setzt Luftoffensive nach Waffenruhe fort
Russland hat die Ukraine in der Nacht mit massiven Drohnen- und Raketenangriffen überzogen. Es ist einer der heftigsten Angriffe seit Kriegsbeginn. In Kyjiw wurden Gebäude zerstört, mehrere Menschen getötet.
Nach einer dreitägigen Waffenruhe hat Russland die Ukraine erneut mit umfangreichen Luftschlägen attackiert. In der Nacht lösten anfliegende Drohnen und Marineflugkörper landesweit Luftalarm aus. Besonders die Hauptstadt Kyjiw wurde Ziel von Angriffen, wobei nach Angaben des Bürgermeisters Vitali Klitschko mindestens ein Wohnhaus einstürzte. Rettungskräfte suchen in den Trümmern nach Überlebenden. Auch weitere Landesteile wie Charkiw, Sumy und Tschernihiw im Norden sowie die Region Poltawa wurden bombardiert.
Die Angriffe folgen auf einen bereits außergewöhnlich intensiven Mittwoch, an dem Präsident Selenskyj von über 800 Drohnenangriffen berichtete – eine ungewöhnlich hohe Zahl für Tagesangriffe. Dabei wurden mindestens sechs Menschen getötet und Dutzende verletzt. Selenskyj vermutete einen zeitlichen Zusammenhang mit dem China-Besuch von US-Präsident Trump und sah darin ein Zeichen, dass Moskau den Druck auf Kyjiw erhöhen wolle.
Russland versucht mit der Offensive, die Ukraine zu Friedensgesprächen unter seinen Bedingungen zu bewegen. Unterdessen meldete die ukrainische Luftwaffe auch Gegenmaßnahmen: Schwärme ukrainischer Drohnen flogen auf russisches Territorium, wobei offenbar wieder Erdölanlagen Ziel der Angriffe waren.