In Abu Dhabi sollen die Gespräche zwischen ukrainischen und russischen Unterhändlern unter Vermittlung der USA fortgesetzt werden, ohne dass es Anzeichen für einen Durchbruch gibt. Die Arbeit sei substanziell und produktiv gewesen, teilte der Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates der Ukraine, Rustem Umjerow, nach Ende des ersten Verhandlungstages auf X mit. Die Gespräche hätten sich »auf konkrete Schritte und praktische Lösungen« konzentriert, schrieb Umjerow. Weitere Details nannte der ukrainische Chefunterhändler zunächst nicht.
An den zweitägigen Beratungen in den Vereinigten Arabischen Emiraten nehmen auch der US-Sondergesandte Steve Witkoff und Jared Kushner, der Schwiegersohn Präsident Donald Trumps, teil. Insidern zufolge sollen die Beratungen am Donnerstag weitergehen.
Die US-Regierung drängt beide Seiten zu einem Kompromiss, um den seit vier Jahren andauernden Krieg zu beenden. Die Positionen liegen jedoch weit auseinander. Während Moskau den Abzug ukrainischer Truppen aus der gesamten Region Donezk zur Vorbedingung für eine Einigung macht, lehnt Kyjiw einen einseitigen Rückzug ab und fordert ein Einfrieren des Konflikts entlang der aktuellen Frontlinie. Kreml-Sprecher Dmitrij Peskow bekräftigte am Mittwoch, die russischen Truppen würden so lange kämpfen, bis Kiew einlenke.
Die russischen Angriffe in der Ukraine gingen indes ungeachtet der Verhandlungen weiter. Die Behörden in der Stadt Druschkiwka in der ostukrainischen Region Donezk meldeten am Mittwoch mindestens sechs Tote durch russischen Beschuss auf einen Markt. Die russische Armee habe »die Stadt mit Streumunition beschossen und dabei direkt den Markt getroffen, wo morgens immer viele Menschen unterwegs sind«, erklärte Wadym Filaschkin, Gouverneur der umkämpften Region Donezk.
In der Nacht auf Dienstag hatten die russischen Streitkräfte bei eisigen Temperaturen die Ukraine bereits mit schweren Angriffen überzogen und damit eine kurzzeitige Pause beendet. Nach Angaben des ukrainischen Energieunternehmens DTEK wurden insbesondere Einrichtungen der Energieversorgung getroffen. Es seien die »schwersten Angriffe seit Jahresbeginn«. Infolge des Beschusses fiel in mehr als 1100 Wohnhäusern der Hauptstadt Kiew und in 800 Häusern der östlichen Stadt Charkiw die Heizungen aus.



