Sachsenplan zur Fahrschule: Autofahren ab 16, weniger Prüfungen

Sachsenplan zur Fahrschule: Autofahren ab 16, weniger Prüfungen

Sachsenplan zur Reform der Fahrschule: Mit 16 am Steuer, weniger Prüfungen, niedrigere Kosten

Ziel der Sachsen-Initiative ist es, die Fahrschul-Ausbildung planbarer, effizienter und bezahlbarer zu machen

Ziel der Sachsen-Initiative ist es, die Fahrschul-Ausbildung planbarer, effizienter und bezahlbarer zu machen

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Dresden – Eigentlich sollte es schneller gehen. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (57, CDU) hat die Reform des Führerscheins selbst angestoßen und angekündigt, die Fahrschul-Ausbildung moderner, effizienter und bezahlbarer zu machen. Doch statt Tempo steckt sie seit Monaten in einer Arbeitsgruppe des Bundes fest. Jetzt macht Sachsen Druck.

Die Folgen der Hängepartie sind bereits spürbar. Fahrschulen schlagen bundesweit Alarm, weil sich plötzlich immer weniger junge Menschen anmelden. Der Grund: Viele warten ab – in der Hoffnung, dass die Reform bald kommt und der Führerschein dann günstiger wird. Das System gerät weiter ins Stocken.

Sachsen startet Bundesrats-Offensive

Der Freistaat bringt am Freitag (30. Januar) eine eigene Bundesratsinitiative ein, um den Reformprozess wieder in Gang zu bringen. Das sächsische Kabinett hatte den Vorstoß bereits in der vergangenen Woche beschlossen. Die Botschaft an Berlin: Die Reform darf nicht weiter verschleppt werden. Ziel der Initiative ist es, die Fahrschulausbildung planbarer, effizienter und bezahlbarer zu machen – ohne Abstriche bei der Verkehrssicherheit. Der Handlungsdruck ist groß. Im Bundesdurchschnitt 3400 Euro kostet der Führerschein inzwischen. Die Durchfallquoten liegen um die 40 Prozent. Wenn Mobilität vom Geldbeutel abhänge, werde das zu einem sozialen Problem, so Sachsens Verkehrsministerin Regina Kraushaar (61, CDU). Die Initiative setze genau dort an, wo Kosten entstehen: bei zu vielen Wiederholungen, langen Wartezeiten und fehlender Planbarkeit.

Sachsens Verkehrsministerin Regina Kraushaar (61, CDU)

Sachsens Verkehrsministerin Regina Kraushaar (61, CDU)

Was Sachsen konkret ändern will

Sachsen schlägt nun eine stärkere Gliederung der Ausbildung in Lernbereiche, eine bessere Verzahnung von Theorie, selbstständigem Lernen und Praxis sowie kürzere Wartezeiten auf Prüfungen vor. Auch Erleichterungen beim Erwerb weiterer Führerscheinklassen und bei beruflich genutzten Fahrerlaubnissen – etwa für Lkw, Busse oder Traktoren – stehen auf der Liste. Vorher erworbene Führerscheinklassen – etwa beim Upgrade von Motorrad auf Auto oder von Traktor auf Lkw oder Autobus – sollen beispielsweise angerechnet und anerkannt werden. Zudem soll der Einsatz moderner, digitaler Lernformen ausgebaut werden.

Begleitetes Fahren künftig ab 16

Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter (51, SPD) schlägt zudem vor, das begleitete Fahren bereits ab 16 Jahren zu ermöglichen. Ein früherer Einstieg könne helfen, Fahrpraxis besser aufzubauen, Prüfungen sicherer zu bestehen und junge Menschen früher mobil zu machen.
Panter verweist dabei auf den Arbeitsmarkt. Für viele Betriebe sei der Führerschein Voraussetzung, um Ausbildungs- und Arbeitsplätze überhaupt besetzen zu können – im Handwerk, in der Pflege oder in der Logistik. Verzögerte oder unbezahlbare Mobilität werde sonst zum Standortnachteil.

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