Schweizer lehnen Bevölkerungsbegrenzung ab
In einer Abstimmung haben sich die Schweizer Bürger überraschend deutlich gegen eine Begrenzung der Einwohnerzahl ausgesprochen. Laut Hochrechnungen votieren etwa 53 bis 55 Prozent gegen das Anliegen.
Die Schweiz hat sich bei einer Volksabstimmung gegen eine geplante Bevölkerungsobergrenze entschieden. Nach ersten Hochrechnungen von Medien und öffentlichen Sendern lehnen rund 53 bis 55 Prozent der Abstimmenden das Vorhaben ab – ein deutlicheres Ergebnis als viele Umfragen im Vorfeld erwarten ließen.
Hinter der Initiative stand die rechtskonservative Schweizerische Volkspartei (SVP). Sie wollte die Einwohnerzahl des Landes bis zum Jahr 2050 auf zehn Millionen begrenzen. Bei Bedarf sollten Asylgewährung und Familiennachzug eingeschränkt und im Extremfall sogar die Arbeitnehmerfreizügigkeit für EU-Bürger gekürzt werden. Die Initiative war als Nachhaltigkeitsprojekt verpackt, doch lag das eigentliche Anliegen in einer Migrationsbegrenzung. Die Schweiz hat derzeit knapp 9,1 Millionen Einwohner.
Die Bundesregierung sprach sich gegen die Initiative aus und warnte vor wirtschaftlichen Folgen. Justizminister Beat Jans betonte, dass der Fachkräftemangel ohne Zuwanderung nicht zu bewältigen sei. Auch demografische Probleme durch Überalterung könnten entstehen. Politische Analysten führen die klare Ablehnung vor allem auf Stimmen aus der französischsprachigen Schweiz und den städtischen Räumen zurück, wo Bedenken gegenüber möglichen Wirtschaftsfolgen überwogen.