Slowakischer Regierungsberater tritt nach Epstein-Vorwürfen zurück
Der frühere slowakische Außenminister Miroslav Lajčák gibt seinen Posten als Regierungsberater auf. Grund sind belastende Chat-Nachrichten aus den neu veröffentlichten Epstein-Akten. Er weist alle Vorwürfe zurück.
Miroslav Lajčák, ehemaliger Außenminister der Slowakei, hat sein Amt als Regierungsberater niedergelegt. Die Entscheidung kam unter Druck von Opposition und Teilen der Regierungskoalition zustande. Ministerpräsident Robert Fico akzeptierte den Rücktritt, bedauerte aber den Verlust eines erfahrenen außenpolitischen Experten.
Auslöser war die Veröffentlichung von Chat-Protokollen aus den jüngst von der US-Justiz freigelegten Epstein-Dokumenten. Darin soll der verstorbene Multimillionär Lajčák junge Frauen angeboten haben. In der angeblichen Unterhaltung antwortete Lajčák mit einer Doppeldeutigkeit und bot im Gegenzug Kontakte zu Fico an. Der Politiker beteuert seine Unschuld: Er habe nie mit Epstein über Frauen verhandelt und keine Treffen für ihn organisiert.
Lajčák war zweimal slowakischer Außenminister und amtierte 2017/2018 als Präsident der Uno-Generalversammlung. Die US-Behörden hatten kürzlich über drei Millionen Seiten an Dokumenten, tausende Videos und mehr als 100.000 Fotos aus dem Fall des verurteilten Sexualstraftäters Epstein veröffentlicht.