In einer im Internet veröffentlichten Erklärung heißt es: »Bedroht von der bevorstehenden Zwangsräumung bitten die Nonnen von Belorado um Hilfe, damit sie ihre Berufung nicht aufgeben müssen.« Sie durchlebten derzeit einen der schwierigsten und dramatischsten Momente ihrer Geschichte, seien an den Pranger gestellt, erniedrigt, beschuldigt und verfolgt worden. Und das nur, weil sie an das eigene Lebensprojekt geglaubt hätten.
Angesichts dieser Situation ist das Onlineprojekt »Queremos Un Convento« , auf Deutsch »Wir wollen ein Kloster« ins Leben gerufen worden – ein »Solidaritätsaufruf an alle Spanier«. Gesucht werde ein Haus, ein ehemaliges Kloster oder ein beliebiger Raum, der als neue Unterkunft für die Gemeinschaft dienen könne. Es gehe um »einen würdevollen Ausweg aus einer ungerechten Situation«. Laut spanischen Medienberichten soll es bereits erste Angebote geben.
Streit erschüttert spanische Kirche
Mit dem unfreiwilligen Auszug endet ein Streit, der die Kirche in Spanien seit fast zwei Jahren erschüttert und immer wieder für Schlagzeilen und Fassungslosigkeit sorgt. Die für ihre Süßigkeitenmanufaktur in Belorado bekannten Ordensfrauen hatten sich im Mai 2024 von der Amtskirche losgesagt.
In einem aufsehenerregenden TV-Interview erklärten sie damals: Sie hätten nicht aus einer Laune heraus gehandelt. Vielmehr sei es in den vergangenen Jahren mit Blick auf den vatikanischen Reformkurs zu einer schleichenden Entfremdung gekommen. »Von der katholischen Kirche ist kaum noch etwas übrig – jetzt steht nicht mehr Gott, sondern der Mensch im Mittelpunkt«, klagte eine der Schwestern. Eine andere fügte hinzu: »Wir erkennen den Vatikan nicht an – es ist eine Farce.«



