Southampton verteidigt Trainer Eckert trotz Spionage-Skandal
Der englische Fußballclub Southampton hält an Trainer Tonda Eckert fest, obwohl Details einer Berufungsverhandlung systematische Spionage gegen Konkurrenten offenbarten. Der Klub war bereits von den Playoffs ausgeschlossen worden.
Neue Details zum Spionage-Skandal bei Southampton schlagen in England hohe Wellen. Bei einer Berufungsverhandlung Mitte Mai kamen umfangreiche Überwachungsaktivitäten ans Licht, die der Zweitligist gegen mehrere Konkurrenten durchgeführt haben soll. Ein Praktikant wurde offenbar mehrmals beauftragt, Trainingseinheiten von Gegner-Teams zu beobachten – dabei wurde ihm sogar Drohnen-Material der Trainingsplätze vorab gezeigt.
Die Fälle reichen vom Spätsommer bis April: Beim geplanten Spionage-Einsatz gegen Middlesbrough wurde der Praktikant erwischt und löschte anschließend sein LinkedIn-Profil. In zwei weiteren Fällen gegen Oxford United und Ipswich Town bedienten sich die Verantwortlichen Tarngeschichten und verbreitetem Sicherheitskamera-Material. Ein hochrangiger Mitarbeiter soll den jungen Mann in Nachrichten motiviert haben. Die EFL-Untersuchung deutet darauf hin, dass diese Mitarbeiter unter Druck gesetzt wurden.
Trotzdem stellt sich Southampton hinter Trainer Tonda Eckert. Club-Präsident Dragan Solak äußerte sich zur BBC mit Verständnis für den 33-Jährigen und bescheinigt ihm großes Trainingstalent. Der Club war vor zwei Wochen von den Playoff-Spielen für die Premier League ausgeschlossen worden.