Staatsschutz ermittelt: Mutmaßlicher Brandanschlag auf Özdemir verhindert

Staatsschutz ermittelt: Mutmaßlicher Brandanschlag auf Özdemir verhindert

Metzingen (Baden-Württemberg) – Ende Januar hätte es in Metzingen brennen können – mitten im Wahlkampf von Cem Özdemir (60). Wie der SPIEGEL berichtet, wurde während einer Veranstaltung des baden-württembergischen Grünen-Spitzenkandidaten ein möglicher Brandanschlag verhindert. Im Gebälk eines Fachwerkgebäudes entdeckten Helfer ein mit brennbarem Material gefülltes Plastikröhrchen – eine Art Brandsatz.

Balken war bereits angekokelt

Das Röhrchen steckte demnach zwischen den Balken der historischen Kelter in Metzingen (Kreis Reutlingen). Das Holz war bereits angekokelt und verrußt. Rund 400 Menschen waren an jenem Abend gekommen, um Özdemirs Wahlkampfauftritt zu verfolgen. Die grüne Landtagsabgeordnete Cindy Holmberg (50) bemerkte die Flamme. „Es sah gefährlich aus“, sagte sie, „das brennende Röhrchen ist mit Absicht dort aufgestellt worden.“ Keiner wisse, was geschehen wäre, wenn man es nicht entdeckt hätte. Ein anwesender Personenschützer löschte die Flamme.

Das Staatsschutzzentrum bei der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart und das Landeskriminalamt Baden-Württemberg ermitteln wegen des Verdachts der versuchten schweren Brandstiftung. Es könnte ein politisches Motiv geben. Ein Gutachten soll klären, wie gefährlich der Vorfall war und ob das gesamte Gebäude hätte brennen können. „Die kriminaltechnischen Untersuchungen laufen“, sagte eine Sprecherin des Landeskriminalamts. Es entstand ein geringer Sachschaden, Personen wurden nicht verletzt.

Özdemir erfuhr es erst hinterher

Spitzenkandidat Cem Özdemir erfuhr erst nach der Veranstaltung von dem Geschehen. Er kam mit dem Schrecken davon. „Zum Glück ist der brennende Gegenstand schnell gefunden worden“, sagte der Grünenpolitiker dem SPIEGEL. Die Polizei habe sehr umsichtig gehandelt.

„Wahlkampf heißt für mich an erster Stelle, vor Ort zu sein, das Gespräch zu suchen.“ Das Geschehene habe ihn „sehr umgetrieben“. „Denn wo der offene Austausch angegriffen wird, steht die Basis unserer Demokratie auf dem Spiel.“

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