Bad Pyrmont – Das Hotel ist geschlossen, die Baustelle steht still. Jetzt soll der Steuerzahler dafür herhalten, dass das luxuriöse Steigenberger Hotel & Spa in Bad Pyrmont wieder auf die Beine kommt. Mit einer Millionen-Spritze wollen das Land Niedersachsen und ein neuer Investor das insolvente Traditionshaus retten. Ziel: Neueröffnung im Jahr 2027.
Das 1899 errichtete Gebäude muss saniert werden. Von 2024 bis Anfang 2026 liefen die Arbeiten. Doch plötzlich klaffte ein riesiges Loch: 6,5 Millionen Euro Mehrkosten wegen Mängeln beim Schallschutz und Brandschutz. Die Bauarbeiten am Hotel gerieten ins Stocken. Mit bitterer Folge: Im Februar beantragte die Betreibergesellschaft, die Grandhotel Bad Pyrmont GmbH, ein Insolvenzverfahren.
Um dieses Hotel geht es: Das luxuriöse Steigenberger verschlingt hohe Millionenbeträge
Insolvenz in Eigenverantwortung gescheitert
Zunächst wollten die Chefs sich selbst retten und meldeten eine Insolvenz in Eigenverwaltung an. Diese scheiterte aber. Daher übernahm eine Insolvenzverwalterin das Steuer. Besonders pikant: Eigentümer des historischen Anwesens ist das Land Niedersachsen. Dann tauchte ein neuer Geldgeber auf: Der 86 Jahre alte Hotelentwickler Gert Prantner will mit bis zu 5 Millionen Euro einsteigen. Das Land hatte sich bereits mit 25 Millionen Euro an der Sanierung beteiligt.
Ein Sprecher des niedersächsischen Finanzministeriums zu BILD: „Gert Prantner zählt zu den renommiertesten und erfahrensten Hoteliers und Tourismusexperten weltweit.“ Mit der Sanierung des Kurhotels werde „ein zentraler Leuchtturm“ für die Region gesichert.
Der imposante Eingangsbereich des Traditionshauses in Bad Pyrmont
36 Millionen Euro vom Staat
„Mit dem neuen Investor haben wir vor dem Hintergrund stark gestiegener Baukosten und über die letzten Jahre allgemein erheblich veränderter Bauanforderungen die zusätzliche Finanzierung in Höhe von 11 Millionen Euro zugesagt“, so der Sprecher zu BILD. Damit steigt der Zuschuss des Landes auf insgesamt 36 Millionen Euro. Unterdessen wurde der Vertrag zur Fortführung des Gesamtprojekts für Bau und Betrieb unterzeichnet.
So geht es für das Hotel weiter
Insolvenzverwalterin Karina Schwarz geht davon aus, dass mit dem Geld der Geschäftsbetrieb wieder aufgenommen werden kann. „Das Insolvenzverfahren könnte mit einem Insolvenzplan wieder aufgehoben werden“, so Schwarz gegenüber der Kreiszeitung. Kur-Direktor Maik Fischer vom Staatsbad Pyrmont zeigt sich ebenfalls erleichtert: „Gerade für einen traditionsreichen und bedeutenden Kurort wie Bad Pyrmont ist ein leistungsfähiges, hochwertiges Hotelangebot von großer Bedeutung.“ Die rund 60 Mitarbeiter des Luxushotels können durchatmen.



