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Regierung prüft Streichung von Pflegegrad 1 – Sparmaßnahme spaltet Experten

30. September 2025· Hitkanal.FM Redaktion

Um die Finanzlöcher in der Pflegeversicherung zu stopfen, erwägt die Bundesregierung die Abschaffung des niedrigsten Pflegegrads. Das würde etwa 860.000 Menschen treffen – doch die Debatte ist umstritten.

Die Pflegekasse hat massive finanzielle Probleme. Im kommenden Jahr fehlen der Versicherung etwa zwei Milliarden Euro. Parallel wächst die Zahl der Pflegebedürftigen kontinuierlich – derzeit sind es rund 5,7 Millionen Menschen in Deutschland. Zur Bewältigung dieser Engpässe prüft die Regierung nun ein drastisches Sparmodell: die komplette Streichung des Pflegegrads 1.

Rund 860.000 Menschen mit geringen Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit wären betroffen. Sie würden ihre monatliche Unterstützung von 131 Euro für Alltagshilfen wie Putzdienste oder Einkaufsfahrten verlieren. Auch Zuschüsse für Wohnungsumbauten entfielen. Nach Berechnungen des Leibniz-Instituts könnte diese Maßnahme die Pflegekasse um etwa 1,8 Milliarden Euro entlasten.

Doch die Maßnahme ist hochumstritten. Während Branchenverbände die Überlegung als notwendigen Sparschritt sehen und die SPD kategorisch ablehnt, warnen Patientenschützer vor erheblichen Lasten für Betroffene. Experten befürchten zudem, dass viele Menschen dann in den nächsthöheren Pflegegrad wechseln – was wiederum höhere Kosten für die Kasse bedeuten könnte. Die eigentliche Frage bleibt: Reichen echte Sparmaßnahmen aus, oder braucht es eine grundsätzliche Umfinanzierung der Pflege?

H
Hitkanal.FM Main
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