Sudan: Militär bestätigt Rückzug aus Faschir
Nach 18 Monaten Kampf um die Stadt Faschir hat Sudans Militärherrscher al-Burhan den Abzug seiner Truppen angekündigt. Die rivalisierende RSF-Miliz kontrolliert die Stadt nun, in der Hunderttausende Menschen unter katastrophalen Bedingungen ausharren.
Im sudanesischen Bürgerkrieg gibt es einen bedeutsamen Wendepunkt: Militärherrscher Abdel Fattah al-Burhan hat in einer Fernsehansprache bestätigt, dass die Armee Faschir räumt. Die Stadt in Darfur war über anderthalb Jahre heftig umkämpft, etwa 300.000 Menschen, überwiegend Zivilisten, waren dort eingeschlossen.
Die rival isierende RSF-Miliz des früheren Stellvertreters Mohamed Hamdan Daglo hat bereits die Kontrolle über Faschir übernommen. Nach Angaben lokaler Aktivisten gingen die Kämpfer dabei mit extremer Brutalität vor – Zeugen berichten von Gräueltaten und ethnischen Säuberungen. Al-Burhan kündigte an, die Armee werde sich rächen und weiterkämpfen, bis das Land »gereinigt« ist.
Der Konflikt zwischen Militär und RSF-Miliz hat im Sudan bereits zu einer humanitären Katastrophe geführt. Die Vereinten Nationen sprechen von einer »schrecklichen Eskalation«. Während die Armee den Norden und Osten kontrolliert, beherrscht die RSF große Teile des Südens und fast die gesamte Region Darfur.