Syrischer Präsident sagt Deutschland-Besuch ab
Ahmed al-Scharaa hätte diese Woche Bundeskanzler Merz treffen sollen. Nun cancelt er wegen der Kämpfe in seiner Heimat. Gleichzeitig lässt er dort massiv gegen Kurden vorgehen.
Der syrische Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa hat seinen für Montag und Dienstag geplanten Besuch in Deutschland kurzfristig abgesagt. Das Treffen mit Bundeskanzler Friedrich Merz und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier fällt damit aus. Grund für die Absage sind die intensiven bewaffneten Auseinandersetzungen in Syrien.
Der Besuch war von Anfang an umstritten gewesen. Im Mittelpunkt sollten Gespräche über die Rückkehr syrischer Flüchtlinge stehen, die während des Bürgerkriegs nach Deutschland kamen. Zudem waren Treffen mit deutschen Wirtschaftsvertretern geplant, etwa zur Gründung eines Wirtschaftsrats zwischen beiden Ländern.
Kurz vor seiner geplanten Abreise startete al-Scharaas Regierung eine Großoffensive gegen kurdische Verbände im Osten und Norden Syriens. Seine Truppen dringen auf den wichtigen Tishrin-Staudamm vor und eroberten Gasfelder in der Provinz Deir Essor. Al-Scharaa spricht von einer Waffenruhe mit den Kurden, eine Bestätigung von deren Seite steht aus.