Syrien: Sperrzone bei Aleppo nach Spannungen mit Kurden
Die syrische Armee hat Sperrzonen bei Aleppo eingerichtet und wirft kurdischen Streitkräften Truppenaufstockungen vor. Die SDF weisen die Vorwürfe zurück. Der Streit dreht sich um die Integration kurdischer Institutionen in die neue staatliche Ordnung.
Nach Auseinandersetzungen in der Region Aleppo hat die syrische Armee mehrere Sperrzonen eingerichtet. Behörden beschuldigen die kurdisch geführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), sich zusammen mit der PKK und Resten des früheren Regimes militärisch zu reorganisieren. Die Bevölkerung wird aufgefordert, sich von den betreffenden Positionen fernzuhalten.
Die SDF bestreiten die Anschuldigungen entschieden ab. In einer Stellungnahme erklären sie, dass in den genannten Ortschaften keine militärischen Aktivitäten oder Verstärkungen stattfinden. Alle Behauptungen bezeichnen sie als grundlos.
Der Konflikt spiegelt tiefergehende Debatten über die Zukunft kurdischer Strukturen im Land wider. Eine geplante Integration kurdischer Institutionen und Kampftruppen in die staatliche Ordnung wurde bisher nicht realisiert. Seit dem Sturz von Langzeitherrscher Baschar al-Assad im Dezember kontrolliert die neue Übergangsregierung große Teile Aleppos, während kurdendominionierte Stadtteile unter SDF-Kontrolle bleiben.
Unter der neuen Führung in Damaskus wachsen die Bedenken bezüglich des Schutzes von Minderheiten wie Kurden, Alawiten und Drusen. Kritiker werfen der Regierung vor, nicht ausreichend für deren Sicherheit einzustehen.