Syrien: Übergangsregierung ruft begrenzte Waffenruhe für Aleppo aus

Syrien: Übergangsregierung ruft begrenzte Waffenruhe für Aleppo aus

Die Übergangsregierung hat nach gewalttätigen Gefechten in der nordsyrischen Stadt Aleppo eine zeitbegrenzte Waffenruhe verkündet. Von 3 Uhr bis 9 Uhr Ortszeit (1 Uhr bis 7 Uhr MEZ) sollte für die umkämpften Stadtteile Scheich Maksud, Aschrafija und Bani Seid eine Feuerpause gelten, teilte das syrische Verteidigungsministerium mit.

Die Waffenruhe solle eine »erneute militärische Eskalation« verhindern, erklärte das Verteidigungsministerium in der Nacht zum Freitag. Die USA begrüßten die Waffenruhe und dankten allen Beteiligten für ihre »Zurückhaltung«.

Bewaffnete Gruppen seien aufgefordert, die betroffenen Viertel zu verlassen. Den abziehenden Kämpfern sei es gestattet, »persönliche leichte Waffen« mitzuführen. Die syrische Armee werde den Rückzug begleiten und für einen sicheren Transport in die nordöstlichen Regionen des Landes sorgen, hieß es weiter. Von Seite der Syrischen Demokratischen Kräfte in Aleppo gab es zunächst keine Reaktion auf die Ankündigung.

Wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete, hielt die Waffenruhe am Freitagmorgen. Die Regierungstruppen kamen mit Bussen nach Aschrafijeh, um die Kämpfer fortzubringen. Einige wenige Zivilisten nutzten das Einstellen der Kämpfe zur Flucht.

Am Dienstag waren in Aleppo erneut Kämpfe zwischen den kurdischen Kämpferinnen und Kämpfern in Stadtteilen in Aleppo und Regierungstruppen ausgebrochen. Hintergrund ist der Streit über eine geplante Eingliederung der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) und auch der kurdischen Kämpfer in die staatliche Ordnung.

Ein Abkommen dazu wurde bisher nicht umgesetzt. Unter Beschuss stehen vor allem die kurdischen Stadtviertel Aschrafija, Scheich Maksud und Bani Seid. Beide Seiten werfen sich gegenseitig vor, Zivilisten anzugreifen.

Bei den jüngsten Kämpfen wurden mehrere Stadtviertel mit schwerer Artillerie beschossen. Schulen, Wohnhäuser und Krankenhäuser wurden bombardiert. Dutzende Menschen kamen ums Leben, darunter auch Zivilisten. Hunderttausende wurden evakuiert.

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