Frankfurt-Tatort "Fackel": Düsteres Drama über Korruption und soziale Ungerechtigkeit
Ein selbstmord aus Protest, ein Hochhausbrand und verstrickte Ermittler: Der aktuelle Frankfurt-Tatort wirft Fragen zur gesellschaftlichen Ungerechtigkeit auf. Die Kritiker vergaben 8 von 10 Punkten.
Unter dem Titel "Fackel" beschäftigte sich die jüngste Folge der Frankfurt-Tatort-Serie mit einem tragischen Fall: Eine junge Frau verbrennt sich selbst als Protestakt. Ermittler Hamza Kulina und seine Kollegin Maryam Azadi stoßen dabei auf einen Hochhausbrand, dessen Aufklärung immer wieder von einflussreichen Kreisen blockiert wird. Für Kulina wird der Fall besonders persönlich, denn bei der Toten handelt es sich um eine Jugendliebe aus seinem eigenen Kiez.
Regisseur Rick Ostermann setzt die Geschichte visuell eindrucksvoll in Szene. Durch Aufnahmen aus der Froschperspektive wirken die Hochhäuser bedrohlich und monumental. Diese Bildsprache unterstreicht das zentrale Thema der Episode: die Umkehrung von Oben und Unten. Während die Häuser physisch in den Himmel ragen, leben dort Menschen, die gesellschaftlich marginalisiert sind.
Die Dialoge fallen etwas weniger prägnant aus als in vorherigen Folgen, doch Ostermanns Bildgestaltung und die Thematik kompensieren dies. Ein Szenen zeigt Kulina, wie er frustriert ausruft: "Was genau ist die Wahrheit? Dass das hier alles eine riesengroße korrupte Scheiße ist!" Für seine Arbeit in der Serie wurde das Team unlängst mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet.