Trevor Noah: Vom Late-Night-Host zum Bilderbuch-Autor
Der Comedian spricht über sein neues Kinderbuch, die Krise der US-Talkshows und warum er sich bewusst von sozialen Medien fernhält. Noah sieht die eigentliche Gefahr nicht bei Politikern, sondern bei Medienkonzernen.
Trevor Noah hat sich nach sieben Jahren als Moderator der US-amerikanischen "Daily Show" bewusst beruflich neuorientiert. Sein aktuelles Projekt ist ein illustriertes Bilderbuch mit dem Titel "Ins hohe Gras", das die Geschichte eines Jungen erzählt, der mit seinem Kuscheltier von zu Hause ausreißt. Noah betont, dass das Werk nicht nur für Kinder gedacht ist, sondern auch Erwachsene ansprechen soll – ähnlich wie die Filmklassiker "Shrek" oder andere Kindergeschichten, die durch ihre Komplexität zeitlos wirken.
Im Interview äußert sich der südafrikanisch-amerikanische Künstler kritisch zur aktuellen Situation von US-Talkshows. Während Shows wie die von Stephen Colbert abgesetzt oder die von Jimmy Kimmel kurzzeitig unterbrochen wurden, sieht Noah das Kernproblem nicht primär bei Präsident Trump, sondern bei der Konzernmacht. Seiner Ansicht nach kontrollieren wenige große Unternehmen große Teile der Medienlandschaft und sozialen Netzwerke – ein Zustand, der einer gesunden Demokratie schadet.
Privat hat sich Noah deutlich von Nachrichten und sozialen Medien distanziert. Er lebt teilweise in Südafrika und betont, dass er sich bewusst mehrere Optionen offenhält – auch Deutschland reizt ihn, trotz kritischer Anmerkungen zum Wetter. Besonders lobt der 51-Jährige Deutschlands Umgang mit seiner Geschichte und die offene Diskussion über rechtsextreme Tendenzen im Land.