Düsseldorf/Berlin – Eigentlich sollte der Restaurant-Besuch günstiger werden. Denn zum Jahresbeginn wurde die Mehrwertsteuer auf Speisen gesenkt – Entlastung für Wirte, Hoffnung für Gäste. Doch jetzt der Schock: Fast ein Viertel (22 Prozent) der Gastronomen wollen trotzdem ihre Preise für Essen und Getränke erhöhen!
Das geht aus einer Umfrage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) hervor, die dem „Handelsblatt“ vorliegt. Dehoga-Präsident Guido Zöllick (55) schlägt Alarm: Die Gastronomie stehe unter „erheblichem“ Druck, denn die Gäste werden weniger. „Sinkende Umsätze treffen auf steigende Kosten – vor allem beim Personal“, warnt er. Und weiter: „Viele Restaurants arbeiten am Limit“, so Zöllick.
Mindestlohn steigt – Wirte stöhnen
Zwar sei die Steuersenkung ein „wichtiger Schritt“ gewesen. Doch fast zeitgleich kletterte der Mindestlohn um satte 1,08 Euro auf 13,90 Euro. Für viele Betriebe ein harter Schlag! Auch Jobs sind in Gefahr: 22 Prozent denken über einen Stellenabbau nach.
Jeder dritte Betrieb in Not
Die Lage ist ernst: 34,8 Prozent der Betriebe bezeichnen ihre Situation als schlecht oder sehr schlecht. Und es kommt noch dicker: Die Zahl der Insolvenzen schoss im vergangenen Jahr um fast 32 Prozent nach oben – auf 1819 Fälle. 14.400 Gastro-Unternehmen stuft die Wirtschaftsauskunftei „Crif“ aktuell als insolvenzgefährdet ein. Besonders betroffen: kleine, familiengeführte Lokale.
Heißt für Gäste: Trotz Steuerrabatt könnte der nächste Restaurant-Besuch (noch) teurer werden.



