Iran: Massnahmen und Widerstand während Wasserkrise
Im Iran nehmen Proteste gegen das Regime zu. Sicherheitskräfte setzen dabei Wasserwerfer ein – ausgerechnet in Zeiten akuter Wasserknappheit. Erste Opfer sind zu beklagen.
Im Iran breiten sich Demonstrationen rasant aus. Nach Angaben von Analysten haben sich die Proteste innerhalb von vier Tagen auf 17 der 31 iranischen Provinzen ausgebreitet, mit insgesamt 31 registrierten Kundgebungen im Land. Auslöser war zunächst ein Basar-Streik am 28. Dezember gegen die dramatische Inflation, mittlerweile geht es um grundsätzliche politische Forderungen.
Die Behörden reagieren mit Wasserwerfern auf die Demonstranten – teilweise bei Minustemperaturen und trotz einer schwerwiegenden Dürre, bei der nachts selbst in großen Städten wie Teheran kein Wasser aus den Leitungen kommt. In mehreren Fällen setzten Sicherheitskräfte auch scharfe Munition ein. Nach Angaben iranischer Medien gab es mindestens sechs Todesfälle.
Die aktuelle Protestwelle unterscheidet sich von früheren Demonstrationen: Nicht nur traditionell regimekritische Gruppen sind beteiligt, sondern auch Basar-Händler, die bisher als systemtreu galten. Viele Demonstranten fordern Freiheitsrechte und lehnen die Außenpolitik des Regimes ab. Die Chancen auf einen Systemwechsel bleiben aber gering, solange Sicherheitsapparat und Revolutionsgarden unter Kontrolle des Staates stehen.