Trotz Mega-Dürre im Iran: Mullahs schießen mit Wasserkanonen auf Demonstranten

Trotz Mega-Dürre im Iran: Mullahs schießen mit Wasserkanonen auf Demonstranten

Trotz Mega-Dürre im Iran: Mullahs schießen mit Wasserkanonen auf Demonstranten

Wie gefährlich werden die Proteste für das islamistische Regime?

Demonstranten widersetzen sich den Sicherheitskräften der Mullahs, weichen den Wasserwerfern auch bei Minustemperaturen nicht

Demonstranten widersetzen sich den Sicherheitskräften der Mullahs, weichen den Wasserwerfern auch bei Minustemperaturen nicht

Teheran – Iranische Bürger stehen friedlich auf der Straße, ihnen gegenüber die Polizisten und Milizen des verhassten islamistischen Regimes. Und was machen die Mullah-Schergen? Schießen mit Wasserkanonen auf die Demonstranten – in Zeiten massiver Dürre im Land! Wasser ist so knapp, dass nachts in Teheran (8,7 Millionen Einwohner) und Isfahan (fast zwei Millionen Einwohner) gar nichts mehr aus dem Hahn tropft. Doch die Polizei der Mullahs holt die Wasserwerfer heraus und schießt literweise auf frierende Protestierende in Arak und Hamadan (bei einer Wintertemperatur von minus zwei Grad). Und die weichen oft trotzdem nicht zurück.

Bilder wie diese gehen aktuell um die Welt. Seit Tagen protestieren Iraner gegen die Islamisten an der Macht. Und es werden immer mehr. In der Silvesternacht stürmten Demonstranten die Basis der regimetreuen Basij-Miliz und setzten sie in Brand.

Es sind beeindruckende Szenen, die den freiheitsliebenden Menschen im Iran und darüber hinaus Hoffnung machen. Aber können die Proteste auch das radikal-islamische Regime stürzen? Klar ist: Immer mehr Iraner haben die Nase voll von der Führung ihres Landes – und immer mehr trauen sich auch, es trotz der brutalen Repression offen auf der Straße zu zeigen!

▶︎ Seit den ersten, kleinen Demonstrationen vor fünf Tagen habe sich der Protest mittlerweile auf 17 der 31 iranischen Provinzen ausgebreitet, schreiben die Analysten des Thinktanks „Institute for the Study of War“ (ISW) am Mittwoch, dem vierten Tag des Aufstands. Sie zählten 31 Demonstrationen im ganzen Land – sieben mehr als am Vortag.

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▶︎ Die Sicherheitskräfte des Regimes schießen mit scharfer Munition, um Demonstrationen aufzulösen. Laut ISW war das am Mittwoch an mindestens zwei Orten (Fasa und Kuhdascht) der Fall. Nach Angaben iranischer Medien wurden sechs Menschen getötet. Die Nachrichtenagentur Fars meldete zwei Tote in der Stadt Lordegan in der südwestlichen Provinz Schahar Mahall-Bachtiari und drei weitere Todesopfer in Asna in der Provinz Lorestan. Schon zuvor soll während nächtlicher Proteste in Kuhdascht ein Mitglied der Sicherheitskräfte getötet worden sein.

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▶︎ Ein weiterer Trick der Mullahs: Sie rufen die Universitäten dazu auf, auf Online-Seminare umzustellen. Offiziell wegen der Winterkälte, in Wahrheit, um Studentenproteste zu unterbinden.

Wofür gehen die Menschen auf die Straße?

Wenn im Iran die Stimmung an Unis hochkocht, richtet sich der Protest (anders als neuerdings im Westen, merken Zyniker an) gegen radikale Islamisten – und für die individuelle Freiheit, insbesondere der Frauen.

In mindestens zwei Städten greift das Regime zu Wasserwerfern, obwohl seit Monaten eine heftige Wasserknappheit das Land plagt

In mindestens zwei Städten greift das Regime zu Wasserwerfern, obwohl seit Monaten eine heftige Wasserknappheit das Land plagt

Seit 1979 leiden Millionen Menschen im Iran unter den Zwangsvorschriften der Mullahs, zu denen die Kopftuchpflicht für Frauen oder die Begleitungspflicht beim Verlassen des Hauses gehören. Viele Perser wollen zur vorislamischen Kultur ihres Landes, dem Zoroastrismus, zurückkehren und fordern Freiheit für die vielen ethnischen und religiösen Minderheiten im Land.

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„Nicht für Gaza, nicht für den Libanon, ich gebe mein Leben für den Iran“, skandieren die mutigen Menschen – und zeigen damit, wie sehr sie die Expansions- und Einmischungspolitik (Milizen u.a. im Libanon, Irak, Jemen) der letzten Jahre sowie die staatliche Palästina-Propaganda ihrer verhassten Regierung ablehnen.

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Was ist anders als bei früheren Protesten?

Die letzten großen Proteste 2022 und 2023 standen unter dem Slogan „Frau, Leben, Freiheit“ und brachen aus, nachdem die kurdischstämmige Jina Mahsa Amini (damals 22) von der Sittenpolizei verhaftet und wohl zu Tode geprügelt wurde – weil sie zu viel Haar gezeigt hatte.

Diesmal protestieren aber nicht nur traditionell freiheitlich orientierte Gruppen wie die nostalgischen Anhänger der Monarchie, die vor den Mullahs herrschte. „Auch die Basarhändler, die als systemtreu galten, protestieren sichtbar gegen das Regime. Das ist ein Novum“, erklärt die deutsch-iranische Publizistin Saba Farzan BILD. Und: „Eine neue Taktik ist sichtbar: Viele Proteste finden in kleineren Städten statt, um den Sicherheitsapparat zu ermüden und mehr Freiräume in der Hauptstadt zu schaffen.“

Was hat die Proteste jetzt ausgelöst?

Der konkrete Funke: die dramatische Inflation. Sie sorgte dafür, dass die Händler im historischen Basar von Teheran am 28. Dezember streikten und sich gegen die Regierung wandten.

Hinzu kommt: Viele im Iran sehen seit dem 12-Tage-Krieg im Juni das Regime stark geschwächt und wittern eine Gelegenheit zum Systemsturz. Das Regime wiederum fürchtet genau das und erhöht die Repression: Hunderte Menschen wurden seit Juni hingerichtet, oftmals unter dem Vorwand, sie hätten mit Israel zusammengearbeitet. Amnesty International sprach im September von bis dahin 1000 Hinrichtungen 2025. Die in Norwegen ansässige Organisation Human Rights Watch Iran meldete heute insgesamt 1500 Hinrichtungen im vergangenen Jahr.

Wann stürzt der Ober-Mullah? Der „Oberste Führer“ Ayatollah Ali Chamenei (86) neben einem Bild seines Vorgängers Ruhollah Chomeini (vest. 1989) und der Fahne der Islamischen Republik mit dem Allah-Emblem in der Mitte

Wann stürzt der Ober-Mullah? Der „Oberste Führer“ Ayatollah Ali Chamenei (86) neben einem Bild seines Vorgängers Ruhollah Chomeini (verstorben 1989) und der Fahne der Islamischen Republik mit dem Allah-Emblem in der Mitte (13. Juni 2025)

Wie stehen die Chancen für einen Regimewechsel?

Die Proteste könnten der Anfang vom Ende für die Mullahs sein, sind aber noch lange nicht das Ende. Denn noch steht das Machtzentrum in der Hauptstadt Teheran unter Kontrolle des Staates, die Schlägertrupps des Regimes stehen an nahezu jeder Straßenecke.

Und: „Ohne einen Seitenwechsel der regulären Armee und eine chirurgische Ausschaltung der Revolutionsgarden – beispielsweise durch Israel und die USA – wird es nicht gehen“, erklärt Saba Farzan.

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