„Nie gebraucht“: Trump beleidigt tote deutsche Soldaten
US-Präsident Donald Trump richtet seine Jacke, als er am 22. Januar 2026 das Kongresszentrum beim Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos verlässt
Washington/Berlin – Helle Aufregung über Kommentare von Donald Trump (79) zum Einsatz europäischer Nato-Soldaten im Afghanistankrieg. Bereits bei seiner Rede beim Weltwirtschaftsforum in Davos hatte der US-Präsident angedeutet, dass sich die Vereinigten Staaten militärisch nicht mehr auf ihre europäischen Partner verlassen könnten. Er sei „nicht sicher“, ob die Allianz für die USA da wäre, falls Amerika Hilfe brauche.
In einem Interview mit „Fox News“ nannte Trump anschließend ausgerechnet den Afghanistankrieg (2001–2021) als Beispiel – trotz des hohen Blutzolls auch unter Amerikas Verbündeten. Der Einsatz begann nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 auf die Twin Towers in New York und das Pentagon. Über die Truppen anderer NATO-Staaten sagte Trump wörtlich:
„Wir haben sie nie gebraucht. Sie werden sagen, sie hätten einige Truppen nach Afghanistan geschickt … und das haben sie auch – aber sie hingen ein wenig zurück, ein Stück abseits der Frontlinien.“
Deutsche Soldaten ehren drei gefallene Bundeswehrangehörige aus dem Bundesland Niedersachsen bei einer Zeremonie in einem Militärlager nahe Kunduz in Nordafghanistan am 4. April 2010. Anwesend ist auch der damalige Entwicklungsminister Dirk Niebel
Internationale Empörung
Die Aussagen lösten umgehend internationale Empörung aus. Denn neben 2456 gefallenen Amerikanern starben auch 1044 Nato-Soldaten aus anderen Nationen, darunter 457 Briten. Und 59 deutsche Soldaten verloren in Afghanistan ihr Leben!
Ein Sprecher des britischen Premierministers Keir Starmer (63) wies Trumps „beleidigende und offen gesagt entsetzliche Kommentare“ scharf zurück. Der US-Präsident spiele die Rolle der Alliierten, die den USA auf Grundlage von Artikel 5 der NATO-Beistandspflicht zu Hilfe kamen, „völlig zu Unrecht herunter“.
„Höchster Blutzoll der Bundeswehr“
Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums wollte Trumps Aussagen zunächst nicht direkt kommentieren, betonte jedoch, dass die Bundeswehr mit 59 Gefallenen den höchsten Blutzoll ihrer Geschichte gezahlt habe. Deutschland sei „durchgängig mit hoher Truppenstärke in Afghanistan präsent“ gewesen, hieß es in Berlin. Viele Veteranen litten bis heute unter den Folgen des Einsatzes.
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In sozialen Netzwerken wie X machten zahlreiche Nutzer ihrer Wut Luft. Dort kursierten Porträts gefallener Soldaten. Ein Beitrag des Accounts „Gepardkommandant“ zeigte Fotos deutscher Einsätze mit der sarkastischen Bemerkung: „Deutsche Soldaten, die nichts für die USA getan haben!“
Wut in Großbritannien
Auch in London wurde erneut betont, dass neben den Toten zahlreiche weitere britische Soldaten verwundet wurden. „Wir sind unglaublich stolz auf unsere Streitkräfte. Ihr Dienst und ihre Opfer werden niemals vergessen“, erklärte Starmers Sprecher. Der britische Staatsminister Stephen Kinnock kündigte an, der Premier werde das Thema direkt bei Trump ansprechen. Dessen Aussagen „ergeben schlicht keinen Sinn“.
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