Türkei kämpft gegen beispiellose Dürre
Die Türkei erlebt ihre trockenste Phase seit über fünf Jahrzehnten. Der türkische Wetterdienst meldet Rekordtemperaturen und dramatische Niederschlagsdefizite, besonders im Osten des Landes.
Die Türkei durchlebt derzeit eine außergewöhnliche Trockenperiode. Nach Angaben des nationalen Wetterdienstes ist die Niederschlagsmenge in den vergangenen elf Monaten auf den niedrigsten Stand seit über 50 Jahren gefallen. Im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 1991 bis 2020 fehlen etwa 27 Prozent der üblichen Regenmenge. In Ostanatolien, das an Syrien grenzt, ist das Defizit noch deutlicher: Hier sank die Niederschlagsmenge um mehr als 60 Prozent.
Besonders bemerkenswert sind die extremen Temperaturen. Der Juli war der heißeste Monat seit 55 Jahren, mit Durchschnittswerten, die um knapp zwei Grad über dem langjährigen Mittel lagen. In Silopi im Südosten wurde sogar eine Temperatur von 50,5 Grad gemessen. Auch beliebte Tourismusregionen an der Ägäis und dem Marmarameer sind betroffen und verzeichnen die geringsten Niederschlagsmengen seit 18 Jahren.
Die Folgen sind gravierend: Vielerorts herrscht Wasserknappheit, während im Westen und Süden Waldbrände wüten. Experten warnen zudem, dass etwa 88 Prozent der Türkei von Wüstenbildung bedroht sind. Klimamodelle deuten darauf hin, dass sich die Situation langfristig verschärfen könnte.