Türkei sichert Ungarn russische Gaslieferungen zu
Ungarn wird weiterhin über die TurkStream-Pipeline mit russischem Gas beliefert. Premier Orbán hat sich mit der Türkei auf eine Fortsetzung der Lieferungen geeinigt – während die EU vom russischen Gas abkommen will.
Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán hat sich mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan auf eine Garantie für fortlaufende russische Gaslieferungen geeinigt. Die Türkei leitet das Gas über die TurkStream-Pipeline weiter, die von Russland durchs Schwarze Meer in die Türkei führt und von dort über Bulgarien und Serbien nach Ungarn verläuft. Dieses Jahr hat Ungarn bereits 7,5 Milliarden Kubikmeter über diese Route erhalten.
Damit positioniert sich Budapest gegen den Kurs der Europäischen Union, die ihre Abhängigkeit von russischen Energieträgern senken will. Während Russlands Gasimporte in die EU im Oktober nur noch zwölf Prozent ausmachten – vor dem Angriff auf die Ukraine 2022 waren es 45 Prozent – bleibt Ungarn wie auch Frankreich und Belgien unter den Ländern, die weiterhin beliefert werden. Die EU plant zudem, Ölimporte aus Russland bis 2027 auf null zu reduzieren.
Ungarn und die Slowakei haben angekündigt, vor dem Europäischen Gerichtshof gegen die EU-Entscheidungen zu klagen. Zusätzlich erhielt Ungarn von den USA kürzlich eine einjährige Ausnahmeregelung von den Sanktionen gegen russische Energielieferungen – nach einem Treffen Orbáns mit Präsident Donald Trump in Washington.