Turin: Zusammenstöße bei Demonstration – neun Polizisten verletzt

Turin: Zusammenstöße bei Demonstration – neun Polizisten verletzt

Nach der Räumung des linken Zentrums Askatasuna in Turin kam es am Abend zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Wie mehrere italienische Medien berichten, wurden neun Polizeibeamte verletzt. Die Zahl der Verletzten unter den Demonstrierenden ist unbekannt.

Wie in Videos des Senders Rai News  zu sehen ist, setzten die Demonstrierenden Müllcontainer in Brand und zündeten Feuerwerkskörper. Zudem warfen sie Ziegelsteine und Flaschen in Richtung der Beamten. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein.

Mehr als 2000 Menschen auf der Straße

Durch die Demonstration wurde das gesamte Stadtzentrum von Turin blockiert. Mehr als 2000 Menschen demonstrierten gegen die Räumung des Sozialzentrums Askatasuna, darunter Familien mit Kindern. Der Demozug startete friedlich. Als er sich jedoch dem ehemaligen besetzten Haus näherte, eskalierte die Gewalt.

Die Aktivistinnen und Aktivisten von Askatasuna rechtfertigen die Mobilisierung als Verteidigung eines sozialen Raums und kündigen für die kommenden Wochen neue Initiativen und Demonstrationen an. Askatasuna besetzte das Gebäude in der Straße Corso Regina Margherita 47 am 15. Oktober 1996 und nutzte es bis zur Räumung im Dezember 2025 als Sitz des Sozialzentrums.

Stefano Lo Russo, der Bürgermeister von Turin und Mitglied der Demokratischen Partei, verurteilt die Gewalt, verteidigt aber den Versuch, das Sozialzentrum als Gemeingut zu legalisieren. Er bezieht sich dabei auf den Prozess, das besetzte Gebäude in ein Gemeinschaftseigentum umzuwandeln. Dieser Prozess wurde durch eine formelle Vereinbarung mit der Stadt geregelt, anstatt das Gebäude als faktische Besetzung zu betrachten. Mit der Räumung wurde dieser Prozess jäh beendet.

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