Zwangsarbeit von Uiguren: Deutsche Konzerne möglicherweise betroffen
Der SPIEGEL hat eine großangelegte Recherche zu Zwangsarbeit in China veröffentlicht. Uiguren werden systematisch umgesiedelt und unter prekären Bedingungen zur Arbeit gezwungen – möglicherweise auch für deutsche Firmen.
Eine internationale Recherche des SPIEGEL in Zusammenarbeit mit der New York Times und dem Bureau of Investigative Journalism wirft Licht auf die systematische Vertreibung von Uiguren aus ihrer Heimatregion Xinjiang. Die Betroffenen werden in andere Landesteile Chinas gebracht und dort unter Bedingungen arbeitet, die von Experten als Zwangsarbeit eingestuft werden.
Die Journalisten haben 75 Werkstätten in elf chinesischen Provinzen identifiziert, in denen Angehörige der muslimischen Minderheit tätig sind. Die Arbeitenden unterliegen dort ständiger Überwachung, leben in schlecht ausgestatteten Wohnheimen und sind massiven Restriktionen unterworfen. Das Risiko willkürlicher Verhaftungen ist ständig präsent.
Besonders brisant: Deutsche Unternehmen könnten von diesem System profitieren – entweder direkt als Auftraggeber oder indirekt durch ihre Lieferketten. Der SPIEGEL-Podcast »Acht Milliarden« diskutiert die Ergebnisse der Recherche und deren Implikationen für die deutsche Wirtschaft.