Ukraine: Moskau erwartet US-Vermittler „bald“
Juri Uschakow (l): Der Kreml-Beauftragter kündigt neue Gespräche mit US-Unterhändlern über ein mögliches Ende des Ukrainekriegs an. Foto: Alexander Kazakov/Sputnik, Kreml
EU will Druck wegen Deportation ukrainischer Kinder erhöhen
Die Außenministerinnen und Außenminister der EU-Staaten wollen an diesem Montag bei einem Treffen in Brüssel (9.45 Uhr) weitere Sanktionen gegen russische Verantwortliche für die Deportation und Zwangsadoption ukrainischer Kinder verhängen. Betroffen sein sollen mehr als zwanzig Personen und Organisationen. Die Sanktionsbeschlüsse werden unter anderem zur Folge haben, dass in der EU Vermögenswerte eingefroren werden müssen. Für Personen gilt zusätzlich ein EU-Einreiseverbot.
Am Rande des Außenministertreffens findet zudem ein Treffen der internationalen Koalition für die Rückkehr ukrainischer Kinder statt, zu dem auch der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha erwartet wird. Seit Beginn der großangelegten Invasion Russlands in der Ukraine im Jahr 2022 wurden nach Angaben der EU-Kommission schätzungsweise 20.000 ukrainische Kinder nach Russland oder in besetzte Gebiete verschleppt. Viele mussten Identität und Staatsbürgerschaft wechseln und wurden zur Adoption freigegeben. Trotz internationaler Bemühungen konnten bislang nur etwa 2100 Kinder zurückgebracht werden.
Wirtschaftsministerin Reiche besucht Ölraffinerie PCK
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) besucht am Montag die Ölraffinerie PCK in Schwedt im Nordosten Brandenburgs. Gemeinsam mit Brandenburgs Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD) will sie eine Werksrundfahrt machen und mit der Geschäftsführung sprechen.
Der Besuch dürfte auch geprägt sein von aktuellen Zukunftssorgen. Denn ab Mai hat Russland die Durchleitung von Pipeline-Öl aus Kasachstan an die Raffinerie gestoppt. Im Mai will das Unternehmen mit Reserven in Tanklagern den Ausfall des kasachischen Öls abfedern. Es werden aber neue Bezugswege gesucht, um die Auslastung der Raffinerie künftig hochzuhalten. Denn aus Schwedt werden weite Teile des Nordostens Deutschlands und Berlins mit Sprit, Heizöl und Kerosin versorgt.
Bundeswirtschaftsministerin Reiche will bei ihrem Besuch in Schwedt auch einen Fördermittel-Bescheid für eine geplante Produktionsanlage für synthetische Flugzeugkraftstoffe übergeben. Die Unternehmen Enertrag und Zaffra wollen das Projekt im Industriepark der PCK-Raffinerie realisieren. Dafür sind insgesamt 350 Millionen Euro Fördermittel bewilligt, auch das Land will sich beteiligen, wie es im Januar hieß.
Moskau erwartet US-Vermittler „bald“
Der Kreml erwartet nach der US-Vermittlung einer dreitägigen Waffenruhe nun auch eine baldige Wiederaufnahme der Verhandlungen über eine Beendigung des Krieges in der Ukraine. „Schon ziemlich bald“ kämen der US-Unterhändler Steve Witkoff und Präsident Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner zu Gesprächen wieder nach Moskau, sagte der für die Verhandlungen zuständige Kremlbeauftragte Juri Uschakow dem russischen Staatsfernsehen. Ein Datum nannte er nicht.
Uschakow erklärte, dass durch zweitägige und „nicht einfache“ telefonische Kontakte mit der US-Seite die noch bis diesen Montag laufende Waffenruhe zwischen Moskau und Kiew erreicht worden sei. Witkoff und Kushner hatten mehrfach die Verhandlungen zwischen den Kriegsparteien geführt. Sie traten allerdings auf der Stelle, ein Durchbruch blieb aus.
Die US-Vermittler seien zudem mit dem Krieg im Nahen Osten beschäftigt gewesen, sagte Uschakow. Er machte einmal mehr deutlich, dass Russland zur Beendigung des Krieges bereit sei, wenn die Ukraine ihre Streitkräfte aus dem Donbass abziehe.
Bundesregierung weist Putins Schröder-Vorschlag als „Scheinangebot“ zurück
Die Bundesregierung hat einen Vorschlag des russischen Präsidenten Wladimir Putin für eine Vermittlerrolle von Altkanzler Gerhard Schröder im Ukraine-Krieg zurückgewiesen. Das Angebot reihe sich in eine Serie von Scheinangeboten ein und sei Teil der bekannten hybriden Strategie Russlands, verlautete am Sonntag aus Regierungskreisen in Berlin. Deutschland und Europa ließen sich dadurch nicht spalten. Die Verhandlungsoption sei nicht glaubwürdig, da Russland seine Bedingungen nicht geändert habe. Ein erster Test für die Glaubwürdigkeit wäre demnach eine Verlängerung der Waffenruhe durch Russland.
Putin hatte am Samstag nach der Militärparade in Moskau zum „Tag des Sieges“ über Nazi-Deutschland den ehemaligen Bundeskanzler als bevorzugten Vermittler für Gespräche mit der Europäischen Union ins Spiel gebracht. Mit Blick auf den Krieg in der Ukraine sagte Putin zudem: „Ich glaube, dass sich die Angelegenheit dem Ende zuneigt.“ Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico habe ihm gesagt, dass der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zu einem persönlichen Treffen bereit sei. Voraussetzung sei aber, dass vorher ein dauerhaftes Friedensabkommen vereinbart werde.
In Deutschland steht Schröder wegen seiner Nähe zu Putin und seiner Tätigkeit für russische Energiekonzerne seit Jahren in der Kritik. Diese verschärfte sich nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022. Mehrere Anträge auf einen Ausschluss aus der SPD scheiterten jedoch. Der heute 82-Jährige war von 1998 bis 2005 Kanzler einer Koalition aus SPD und Grünen und pflegt seitdem eine persönliche Freundschaft mit Putin.
Ukraine und Russland melden gegenseitige Verletzung der Waffenruhe
Russland und die Ukraine werfen sich gegenseitig eine Verletzung der von den USA vermittelten Feuerpause vor. Das russische Verteidigungsministerium teilte am Sonntag laut der Nachrichtenagentur Interfax mit, die Ukraine habe russische Truppen mit Drohnen und Artillerie angegriffen. In den vergangenen 24 Stunden seien 57 ukrainische Drohnen abgeschossen worden. Russland halte die Waffenruhe zwar ein, habe aber auf die ukrainischen Angriffe reagiert. Dabei seien Mehrfachraketenwerfer und Mörser zum Einsatz gekommen. Zuvor hatte die Ukraine Russland beschuldigt, trotz der Vereinbarung für eine dreitägige Feuerpause Drohnenangriffe geflogen zu haben. Zudem habe es in den vergangenen 24 Stunden fast 150 Gefechte an der Front gegeben. Russland und die Ukraine hatten einer von den USA vermittelten Waffenruhe von Samstag bis Montag zugestimmt.
Ukraine meldet russische Angriffe und Gefechte trotz Feuerpause
Aus der Ukraine wird trotz einer von den USA vermittelten Feuerpause von neuen russischen Angriffen berichtet. In den vergangenen 24 Stunden habe es 147 Gefechte an der Front gegeben, teilte der ukrainische Generalstab am Sonntag mit. Zudem berichteten regionale Behörden von Toten und Verletzten unter der Zivilbevölkerung durch russische Drohnen- und Artillerieangriffe. In der südöstlichen Region Saporischschja seien ein Mensch getötet und drei weitere verletzt worden, erklärte Regionalgouverneur Iwan Fedorow.
In den Regionen Charkiw, Cherson und Dnipropetrowsk gab es den örtlichen Behörden zufolge insgesamt 16 Verletzte, darunter vier Kinder, sowie Schäden an der Infrastruktur. Die ukrainische Luftwaffe teilte mit, Russland habe in der Nacht mit 27 Langstreckendrohnen angegriffen. Dies sei eine geringere Zahl als üblich. Die Luftabwehr habe alle Drohnen abgefangen.
Russland und die Ukraine hatten am Freitag einer von den USA vermittelten Waffenruhe über drei Tage von Samstag bis Montag zugestimmt. Die Vereinbarung sollte zudem den Austausch von jeweils 1000 Kriegsgefangenen umfassen. Vertreter der ukrainischen Regierung äußerten sich zu möglichen Verstößen gegen diese Waffenruhe zunächst nicht öffentlich. Bereits in der vergangenen Woche hatten beide Seiten separate Feuerpausen angekündigt, sich jedoch kurz darauf gegenseitig beschuldigt, diese gebrochen zu haben.
Putin spricht über Ende des Ukraine-Kriegs – Gerhard Schröder soll vermitteln
Der russische Präsident Wladimir Putin erwartet ein Ende des „Konflikts“ mit der Ukraine. Ihm sei gesagt worden, dass der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zu einem persönlichen Treffen bereit sei. Man könne sich in einem Drittland treffen, sagte Putin. Voraussetzung sei aber, dass vorher eine belastbare Friedensvereinbarung erzielt worden sei. Putin sagte weiter, für Vermittlungsgespräche zwischen Russland und der EU sehe er den ehemaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder als geeignete Person.
Feuerwehr kämpft weiter gegen Brand in Tschernobyl-Sperrzone
Hunderte Feuerwehrleute kämpfen weiter gegen einen Waldbrand in der radioaktiv belasteten Sperrzone um das ehemalige Atomkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine an. Das nach ukrainischen Angaben durch zwei russische Drohnen am Donnerstag ausgelöste Feuer hat inzwischen mehr als 1200 Hektar erfasst, wie die Behörden mitteilten. Insgesamt waren 374 Personen an den Löscharbeiten beteiligt.
„Die Lage ist vollständig unter Kontrolle“, versicherte der Zivilschutz. Die Agentur Ukrinform berichtete unterdessen, dass von dem Brand keine radioaktive Gefahr ausgehe.
Polnische Polizei findet Militärdrohne an russischer Grenze
Auf einem Feld nahe der Grenze zur russischen Enklave Kaliningrad (Königsberg) haben die polnischen Behörden eine abgestürzte Drohne sichergestellt. Polizei und Militärpolizei hätten am Morgen den Hinweis erhalten, nahe der Stadt Bartoszyce sei ein unbekanntes Flugobjekt gefunden worden, teilte die Militärpolizei auf Facebook mit. Die Militärpolizei habe Ermittlungen unter Aufsicht der Staatsanwaltschaft eingeleitet.
Nach Informationen des privaten Radiosenders RMF soll die Drohne eine Aufschrift mit kyrillischen Buchstaben getragen haben. Das könnte auf einen russischen oder auch ukrainischen Ursprung hindeuten. Nach von der Polizei zunächst ebenfalls noch nicht bestätigten Angaben soll die abgestürzte Drohne RMF zufolge mit mehreren Kameras ausgestattet sein.
Der öffentlich-rechtliche Fernsehsender TVP Info nannte später als genauere Fundstelle die Ortschaft Osieka, die nur rund 20 Kilometer von der russischen Grenze entfernt liegt. Ein vom Sender befragter Verteidigungsexperte vermutete, dass es sich um eine ungewollt abgestürzte Aufklärungsdrohne handle, jedenfalls nicht um einen versuchten militärischen Angriff.
Feuerpause in der Ukraine wird zur Truppenrotation genutzt
Sowohl die russischen als auch die ukrainischen Streitkräfte nutzen nach Angaben aus Kiew die aktuelle Feuerpause zum Heranführen von Verstärkungen sowie zur Rotation ihrer Truppen. Daneben würden auch neue Waffen und Munition an die Frontlinien herangebracht, sagte der ukrainische Armee-Pressesprecher Viktor Trehubow im Fernsehen. „Sie (die Russen) nehmen heute tatsächlich eine Pause und nutzen diese zum Heranfahren von Verstärkungen, zur Rotation sowie zur Wiederherstellung ihrer Offensivmöglichkeiten.“ Ähnliches geschehe auch auf ukrainischer Seite.
Die Lage an den Fronten sei vorerst ruhig. „Im Moment ist alles normal“, sagte Trehubow. Zwar gebe es noch einzelne Kämpfe, doch seien diese deutlich weniger intensiv. Es sei „eine Art Ruhetag“ eingetreten. Vermutlich wollten die russischen Militärs während der Siegesparade zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Moskau keine Zwischenfälle provozieren.
Putin: Werden slowakischen Energiebedarf weiter decken
Russlands Präsident Wladimir Putin hat der Slowakei zugesichert, den Energiebedarf des Landes weiterhin zu decken. Man werde alles tun, um die Nachfrage nach Energie zu befriedigen, sagte Putin bei einem Treffen mit dem slowakischen Ministerpräsidenten Robert Fico in Moskau im russischen Staatsfernsehen. Fico hält sich zu den Feierlichkeiten anlässlich des Sieges über Nazi-Deutschland in der russischen Hauptstadt auf, nimmt jedoch nicht an der Militärparade auf dem Roten Platz teil. Das EU-Land Slowakei ist eines der wenigen Länder in Europa, das weiterhin russisches Öl und Gas bezieht.
Russland wirft Ukraine Verstöße gegen Waffenruhe vor
Das russische Verteidigungsministerium hat der Ukraine Verstöße gegen die von US-Präsident Donald Trump vermittelte Waffenruhe vorgeworfen. Die ukrainischen Streitkräfte hätten ungeachtet der Vereinbarung mit Drohnen und Artillerie russische Positionen und auch zivile Objekte angegriffen, teilte das Ministerium der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge mit. Betroffen gewesen seien unter anderem die Gebiete Kaluga, Tula, Smolensk, Kursk, Brjansk und Belgorod sowie im Süden die Teilrepublik Tschetschenien und die Regionen Stawropol und Krasnodar.
Eine Bestätigung dafür von ukrainischer Seite gab es zunächst nicht. Allerdings beklagte auch der ukrainische Generalstab nach Beginn der Waffenruhe Angriffe von russischer Seite vor allem in den umkämpften Regionen im Donbass. Die Rede war von 45 Attacken bis zum frühen Morgen.
Russland: Frieden in der Ukraine noch in weiter Ferne
Ein Friedensabkommen mit der Ukraine ist nach Angaben der russischen Führung noch in weiter Ferne. Die Details seien zu komplex, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow im Staatsfernsehen. Auch wenn es verständlich sei, dass die USA es eilig hätten. Russland und die Ukraine hatten sich auf eine von den USA vermittelte dreitägige Feuerpause von Samstag bis Montag geeinigt. US-Präsident Donald Trump hatte Hoffnungen auf eine Verlängerung der Waffenruhe geäußert. Kreml-Berater Juri Uschakow stellte jedoch klar, dass die Feuerpause auf drei Tage angelegt sei und nicht länger dauern solle. Russland hatte die Waffenruhe wegen der Feiern zum Jahrestag des Sieges über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg angeregt.
Dmitri Peskow: Dem Kreml-Sprecher zufolge ist ein Frieden in der Ukraine noch nicht absehbar. dpa
Kreml kritisiert Selenskyjs Provokation zur Militärparade
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist mit seinem Dekret zu seiner „Genehmigung“ der russischen Militärparade auf dem Roten Platz in Moskau auf Kritik gestoßen. „Wir brauchen von niemandem eine Erlaubnis“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow dem russischen Staatsfernsehen vor Beginn der jährlich am 9. Mai angesetzten Parade zum Tage des Sieges der Sowjetunion über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg. „Wehe dem, der versucht, sich über den Tag des Sieges lustig zu machen und solche dummen Witze zu reißen“, sagte er.
Selenskyj hatte am Freitag einen Erlass „Über die Durchführung einer Parade in Moskau“ mit den Koordinaten des Roten Platzes veröffentlicht, die von ukrainischen Angriffen ausgenommen werden sollen.
Wolodymyr Selenskyj: Der Kreml kritisiert seinen Kommentar zur russischen Militärparade auf dem Roten Platz in Moskau. Imago
Trump erwägt Verlegung von US-Truppen aus Deutschland nach Polen
US-Präsident Donald Trump stellt in Aussicht, US-Truppen, die aus Deutschland abgezogen werden, nach Polen zu verlegen. Zudem spricht er sich für eine Verlängerung der dreitägigen Feuerpause im Krieg zwischen Russland und der Ukraine aus. „Ich würde mir eine deutliche Verlängerung der Waffenruhe wünschen“, sagte Trump. Zuvor hatte er eine Feuerpause vom 9. bis zum 11. Mai anlässlich der russischen Feierlichkeiten zum Ende des Zweiten Weltkriegs angekündigt.
Trump kündigt Waffenruhe in Ukraine an
US-Präsident Donald Trump kündigt in den sozialen Medien eine dreitägige Feuerpause im Krieg zwischen Russland und der Ukraine an. Die Waffenruhe soll vom 9. bis zum 11. Mai gelten. Sie werde die Aussetzung aller Kampfhandlungen sowie den Austausch von 1000 Gefangenen jeder Seite umfassen. Eine Bestätigung aus Moskau oder Kiew gab es zunächst nicht.
Ukraine meldet niedrigen Bestand von Flugabwehrraketen
Der Ukraine gehen nach eigenen Angaben wegen der russischen Angriffe im Winter die Flugabwehrraketen aus. Die Abschussanlagen einiger Einheiten seien gelinde gesagt halbleer, zitiert die Nachrichtenagentur Ukrinform den Sprecher der Luftwaffe, Jurij Ihnat. Wegen Lieferproblemen müsse Kiew seine Verbündeten teils um lediglich fünf bis zehn Raketen für Systeme wie NASAMS und IRIS-T bitten, sagt er. Die Ukraine ist bei der Raketenabwehr stark auf ausländische Systeme angewiesen, die derzeit jedoch auch im Iran-Krieg in großem Umfang eingesetzt werden.
Kreml: Putin zu Verhandlungen mit Europäern bereit
Der russische Präsident Wladimir Putin ist nach Angaben des Kremls zu Verhandlungen mit jedem bereit, auch mit den Europäern. Putin habe wiederholt seine Bereitschaft dazu betont, sagt Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Russland sei offen für einen Dialog mit Europa, werde diesen aber nicht von sich aus anstoßen. Die Zeitung „Financial Times“ hat berichtet, dass sich die Staats- und Regierungschefs der EU auf etwaige Gespräche vorbereiten.
Wadephul kündigt europäische Verhandlungsinitiative an
Bundesaußenminister Johann Wadephul kündigt eine Verhandlungsinitiative Europas im Ukraine-Krieg an. „Wir sind bereit, mehr Verantwortung zu übernehmen und sind darüber mit den USA und der Ukraine im Gespräch“, sagt er der „Welt am Sonntag“ laut Vorabbericht. „Im E3-Format mit Frankreich und Großbritannien unternehmen wir einen neuen Anlauf, wieder in Verhandlungen hineinzukommen – mit einer größeren Rolle Europas in den nächsten Wochen und Monaten.“
Russische Waffenruhe hält nicht an
In der ersten Nacht der von Moskau einseitig ausgerufenen Waffenruhe hat die Ukraine mit Drohnen- und Raketenangriffen teils schwere Schäden in Russland verursacht. Eines der am stärksten betroffenen Gebiete war das südrussische Rostow, wie auch offizielle Stellen bestätigten. Es ist damit bereits der zweite Versuch einer Waffenruhe, der kurz vor dem Scheitern steht.
Russland hatte die Feuerpause, die ab Mitternacht gelten sollte, ausgerufen, um die Feierlichkeiten rund um den Tag des Sieges am 9. Mai abzuhalten. Allerdings hatte Russland eine zuvor von Kiew schon ab dem 6. Mai verkündete Feuerpause ignoriert. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigte daraufhin „spiegelbildliche“ Aktionen an. Diese sind nun dem Anschein nach in großem Umfang erfolgt.
Ukraine erwartet US-Gesandte zu Sommerbeginn in Kiew
Die Ukraine erwartet nach den Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj zu Sommerbeginn den Besuch von US-Gesandten in Kiew. Die beiden Regierungen stimmen den Termin für den Besuch ab, erklärt Selenskyj auf der Plattform X. „Wir hoffen, dass wir dieses Mal das Geplante umsetzen und die Diplomatie neu beleben können.“ Es habe tiefgehende Gespräche mit den USA gegeben. Der ukrainische Chefunterhändler Rustem Umerow hält sich derzeit zu Verhandlungen mit Steve Witkoff und Jared Kushner in Miami auf.
Ex-Nato-Chef Rasmussen: Europäisches Verteidigungsbündnis mit Ukraine
Der ehemalige Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen fordert ein neues Verteidigungsbündnis europäischer Staaten. „Was wir gerade erleben, ist der Zerfall der Nato“, sagt Rasmussen in einem Interview der „Welt“. Europa müsse daraus Konsequenzen ziehen.
„Wir müssen auf eigenen Füßen stehen und unseren Kontinent selbst verteidigen können.“ Europa brauche neue Verteidigungspläne und neue militärische Fähigkeiten. In die neue Sicherheitsarchitektur solle auch die Ukraine als festes Mitglied eingebunden werden. Man sehe, „wie schnell die Ukraine neue Waffen und Munition entwickelt“, sagt Rasmussen. „Wir brauchen sie als Bollwerk gegen Russland.“ Der 73-Jährige war Nato-Generalsekretär von 2009 bis 2014. Er ist als Berater tätig.
Selenskyj: Russische Angriffe trotz Waffenruhe
Russische Streitkräfte haben nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ihre Angriffe in der Nacht zu Freitag fortgesetzt. Dies zeige, dass Russland nicht einmal einen symbolischen Versuch unternommen habe, das Feuer an der Front einzustellen, erklärt Selenskyj.
Das Verteidigungsministerium in Moskau hatte am Donnerstag eine Feuerpause vom 8. Mai um Mitternacht bis zum 10. Mai angekündigt. Ursprünglich war dies für den 8. und 9. Mai anberaumt. An diesen Tagen feiert Russland den Sieg der Sowjetunion über Nazi-Deutschland mit einer Militärparade in Moskau. Selenskyj hatte in dieser Woche seinerseits eine unbefristete Waffenruhe ab dem 6. Mai vorgeschlagen. Diese habe Russland verletzt, erklärt er.
„Waffenruhe“ beginnt mit ukrainischen Attacken auf Russland
In der Nacht der von Moskau einseitig ausgerufenen Waffenruhe hat die Ukraine schwere Drohnen- und Raketenangriffe auf russisches Gebiet gestartet. Es gebe Zerstörungen durch Drohnentrümmer in mehreren Städten der Region Rostow, teilte der Gouverneur des südrussischen Gebiets, Juri Sljussar, bei Telegram mit. Seinen Angaben nach wurden in den Städten Rostow am Don, Taganrog und Bataisk sowie in einem Landkreis Einschläge registriert. Tote und Verletzte gebe es nicht, betonte er. In der Region gab es auch Raketenalarm.
In zahlreichen weiteren russischen Regionen herrschte in der Nacht Luftalarm. Angegriffen wurde dabei laut offiziellen Angaben auch Moskau. Bürgermeister Sergej Sobjanin meldete den Abschuss von 25 Drohnen, die Richtung Hauptstadt geflogen seien. Über Folgen der Attacke wurde zunächst nichts bekannt.
In der Nacht zum Freitag begann hatte eine einseitig von Moskau ausgerufene Waffenruhe begonnen, die zu den Feierlichkeiten rund um den Tag des Sieges am 9. Mai halten und speziell die Militärparade in Moskau schützen soll. Eine zuvor von Kiew verkündete und bereits ab dem 6. Mai geltende Waffenruhe hatte Russland ignoriert. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigte daraufhin „spiegelbildliche“ Aktionen an.
Russland: Mehr als 50 Drohnen im Anflug auf Moskau abgefangen
Die russische Luftabwehr hat nach Angaben von Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin mehr als 50 Drohnen im Anflug auf die russische Hauptstadt abgefangen. Die Abschüsse erstrecken sich über einen Zeitraum von etwa 15 Stunden bis in die Nacht, teilt Sobjanin auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Rettungskräfte untersuchen demnach Trümmerteile am Boden. Das Verteidigungsministerium in Moskau meldet zudem den Abschuss von 95 ukrainischen Drohnen über zentralen und südlichen Regionen des Landes.
Gleichzeitig gilt eine vom Ministerium angekündigte dreitägige Waffenruhe anlässlich der Feierlichkeiten zum „Tag des Sieges“ der Sowjetunion über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg. Russland hatte erst kürzlich gedroht, auf jeden ukrainischen Angriff während der Feierlichkeiten mit einem massiven Raketenangriff auf Kiew zu reagieren. Die russische Führung hat die traditionelle Siegesparade in diesem Jahr mit Verweis auf die Bedrohungslage bereits verkleinert.



