Westliche Staaten beraten mit Selenskyj über Friedensverhandlungen
Deutschland, Großbritannien und Frankreich wollen den ukrainischen Präsidenten zur Lage mit Russland konsultieren. Unterdessen lehnt Putin EU-Staaten als Vermittler ab und fordert Gebietsgewinne als Bedingung für Frieden.
Die Regierungschefs von Deutschland, Großbritannien und Frankreich treffen sich am Sonntag mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Schwerpunkt des Gesprächs sollen Möglichkeiten sein, wie Russland zu Friedensverhandlungen bewogen werden könnte. Der Termin findet vor dem Hintergrund statt, dass Selenskyj Vladimir Putin in einem offenen Brief zu direkten Gesprächen aufgefordert hat.
Die Bundesregierung unterstützt Selenskyjs Vorstoß und betont, dass bei künftigen Verhandlungen europäische und amerikanische Vertreter eingebunden sein sollten. Ein tragfähiger Frieden erfordere die Beteiligung Europas, erklärte ein Regierungssprecher. Die Ukraine zeige seit langem Verhandlungsbereitschaft, während Russland mit Angriffen auf Zivilziele fortfahre.
Putin lehnt eine Rolle von EU-Staaten als Vermittler kategorisch ab und verweist auf mangelnde Neutralität. Der russische Präsident bekräftigt seine Forderung nach vollständiger Kontrolle der Donbass-Gebiete als Friedensvoraussetzung und erklärt sich zugleich zu diplomatischen Lösungen bereit – unter Verweis auf angebliche Kompromisse mit US-Präsident Trump.
Unterdessen dauern die Kämpfe an: Russische Drohnen bombardierten eine Babynahrungsfabrik bei Kiew und töteten vier Zivilisten. Im Gegenzug griffen ukrainische Kräfte eine Schießpulverfabrik im russischen Hinterland an. Russland und die Ukraine tauschten erneut je 185 Kriegsgefangene aus.