+++ Ukraine-Krieg +++: Putin erwägt Stopp der Gaslieferungen in EU – „jetzt sofort“

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Ukraine: Deutschland stellt Ukraine weitere 200 Millionen Euro Hilfe zur Verfügung

Live-BlogRumäne in Russland wegen Spionage verurteilt +++ EU-Chefdiplomatin warnt: Iran-Krieg könnte Putin helfen +++ Pipeline-Streit: Orban will Mission in die Ukraine schicken +++ Der Newsblog. 05.03.2026 – 14:59 Uhr aktualisiert
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Zerstörtes Kraftwerk: Deutschland stellt der Ukraine angesichts anhaltender russischer Angriffe auf die Energieinfrastruktur des Landes weitere über 200 Millionen Euro zur Verfügung. Foto: -/Kyodo/dpa

Selenskyj: Druschba-Pipeline in eineinhalb Monaten betriebsbereit

Die durch einen russischen Angriff beschädigte Druschba-Ölpipeline könnte nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj in eineinhalb Monaten wieder technisch betriebsbereit sein. Der Chef des staatlichen Energieversorgers Naftogaz, Serhij Korezkyj, erklärt, die Hauptpumpstation der Pipeline sei bei dem Angriff im Januar beschädigt worden. Beide äußern sich auf einer Veranstaltung in Kiew. Seit Ende Januar wird kein Öl mehr durch die Pipeline gepumpt, die Ungarn und die Slowakei versorgt.

Russland kündigt weiteren Austausch von Gefangenen an

Russland kündigt einen weiteren Austausch von Gefangenen an. Am Donnerstag und Freitag sollten jeweils 500 Kriegsgefangene übergeben werden, teilt Kreml-Berater Wladimir Medinsky mit. Zuvor hat das russische Verteidigungsministerium mitgeteilt, dass bereits je 200 Soldaten ausgetauscht worden seien.

Russland und Ukraine tauschen je 200 Kriegsgefangene aus

Russland und die Ukraine tauschen je 200 Kriegsgefangene aus. Das teilt das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Trotz des seit vier Jahren andauernden Krieges und ausbleibender Fortschritte bei Friedensverhandlungen übergeben beide Seiten immer wieder Gefangene und die sterblichen Überreste von Soldaten, zuletzt in der vergangenen Woche.

Deutschland: Weitere 200 Millionen Euro Ukraine-Hilfe

Deutschland stellt der Ukraine angesichts anhaltender russischer Angriffe auf die Energieinfrastruktur des Landes weitere über 200 Millionen Euro zur Verfügung. „Mit diesen Geldern soll der Schutz der Ukraine gegen den Bombenterror Putins noch einmal verstärkt werden“, sagte Außenminister Johann Wadephul (CDU) bei einem Treffen mit seinem moldauischen Kollegen Mihai Popsoi in Berlin mit Blick auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin. Mit dem Geld sollten unter anderem Aufklärungsdrohnen finanziert und der Zivilschutz unterstützt werden. 

„All das stärkt die Widerstandskraft der Ukraine und nützt auch Moldau“, sagte Wadephul. Zugleich wandte sich der Bundesaußenminister gegen Befürchtungen, angesichts des Iran-Krieges könne sich der Fokus von den Verhandlungen über ein Ende des russischen Angriffskriegs weg verlagern.

Zerstörtes Kraftwerk in der Ukraine dpa

Zwar nehme die Bundesregierung die neuen Bedrohungen, die aus dem Iran-Krieg entstehen könnten, sehr ernst. Wadephul unterstrich jedoch, „dass für Deutschland der völkerrechtswidrige Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine und die damit verbundene Bedrohung seiner gesamten Nachbarstaaten die sicherheitspolitische Thematik Nummer 1 bleibt“.

Rumäne in Russland wegen Spionage zu 15 Jahren Haft verurteilt

Ein russisches Gericht verurteilt einen Rumänen wegen Spionage für die Ukraine zu 15 Jahren Haft. Der Mann habe Informationen über die Luftabwehr im Kurort Sotschi gesammelt und weitergegeben, teilt das Gericht in der Region Krasnodar auf Telegram mit. Er habe sich im November 2024 zur Zusammenarbeit mit der Ukraine bereit erklärt. Eine Stellungnahme des rumänischen Außenministeriums liegt zunächst nicht vor.

EU-Chefdiplomatin warnt: Iran-Krieg könnte Putin helfen

Der Anstieg der Energiepreise infolge des Iran-Kriegs droht nach Einschätzung der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in die Hände zu spielen. „Wenn der Ölpreis steigt, nützt das Russland bei der Finanzierung seines Krieges“, sagte Kallas in Brüssel mit Blick auf Russlands Invasion in die Ukraine. Wichtig sei deswegen, dass ein geplantes Verbot maritimer Dienstleistungen für Schiffe umgesetzt werde, die russisches Öl befördern. Dieser Schritt könne Russlands Öleinnahmen wirksam beschneiden.

Kallas äußert sich zudem auch wegen anderer Nebenwirkungen des Iran-Krieges besorgt. Es gebe deutliche Auswirkungen, weil Verteidigungsfähigkeiten, die in der Ukraine benötigt würden, sich nun in Richtung Naher Osten verlagerten, erklärte sie. Man sehe etwa, dass jeder Luftverteidigung brauche. „Die Ukraine braucht sie, und auch die Länder im Nahen Osten brauchen sie.“

Pipeline-Streit: Orban will Mission in die Ukraine schicken

Im Streit mit der Ukraine um eine im Krieg beschädigte Erdölleitung will Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban eine eigene Erkundungsmission in die Ukraine schicken. Eine diesbezügliche Verordnung des rechtspopulistischen Regierungschefs erschien in der Nacht zum Donnerstag im ungarischen Amtsblatt. Angeführt werden soll die Mission von einem stellvertretenden Minister aus dem ungarischen Energieministerium, angehören soll ihr auch ein Vertreter des ungarischen Mineralölkonzerns MOL. 

Über die Druschba-Pipeline bekamen Ungarn und die Slowakei bis Ende Januar Erdöl aus Russland, von dem beide Länder abhängig sind. Die Lieferungen über diese Pipeline wurden der Ukraine zufolge abgebrochen, nachdem sie durch russische Angriffe beschädigt worden war. Die Regierungen Ungarns und die Slowakei behaupten, dass der Abbruch der Lieferungen nicht an technischen Problemen liege, sondern an einer politischen Entscheidung in Kiew.

Selenskyj: Verhandlungen mit Russland liegen wegen Iran-Krieg auf Eis

Eine für diese Woche vorgesehene Verhandlungsrunde zwischen der Ukraine und Russland ist nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj wegen des Kriegs im Nahen Osten verschoben worden. „Im Moment gibt es wegen der Situation um den Iran noch nicht die nötigen Signale für ein trilaterales Treffen“, sagte Selenskyj am Mittwochabend mit Blick auf die von den USA vermittelten Gespräche. „Doch sobald die Sicherheitslage und der allgemeine politische Kontext es uns erlauben, diese trilaterale diplomatische Arbeit fortzusetzen, wird das passieren.“

Die USA und andere Länder haben die Ukraine laut Selenskyj um Hilfe bei der Abwehr iranischer Schahed-Drohnen gebeten. Selenskyj sagte, er habe in den vergangenen Tagen mit den Regierungs- und Staatschefs der Vereinigten Arabischen Emirate, Katars, Bahrains, Jordaniens und Kuwaits über eine mögliche Zusammenarbeit gesprochen.

Doch werde man nur Hilfe leisten, wenn das nicht zur Schwächung der ukrainischen Abwehr führe, und wenn das zu den diplomatischen Bemühungen um ein Ende des russischen Angriffskriegs beitrage.

Verletzte in der Ukraine nach russischen Angriffen

Russland hat die Ukraine in der Nacht erneut mit Angriffen aus der Luft überzogen. Im ostukrainischen Gebiet Charkiw wurden nach Angaben der regionalen Staatsanwaltschaft mehrere Menschen durch russische Drohnenattacken verletzt. Demnach nahm die russische Armee Ortschaften im Landkreis Tschuhujiw ins Visier. 

Vier Personen seien verletzt worden, als eine Drohne in der Nähe eines Mehrfamilienhauses im Dorf Nowopokrowka einschlug, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Fünf weitere erlitten demnach dort und drei weitere im Dorf Kamjana Jaruga eine akute Stressreaktion. Damit reagiert der Körper nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO auf ein sehr belastendes, potenziell traumatisches Erlebnis. Zu häufigen Symptomen gehören unter anderem Flashbacks des Ereignisses und Alpträume. 

Der Gouverneur des südukrainischen Gebiets Odessa, Oleh Kiper, sprach zudem von einem Angriff auf ein ziviles Schiff unter der Flagge Panamas im Schwarzen Meer. Es habe den ukrainischen Hafen Tschornomorsk verlassen und Mais transportiert. Es gebe verletzte Besatzungsmitglieder, schrieb er bei Telegram, ohne Details zu nennen.

Selenskyj: Bemühen uns um Verschiebung der trilateralen Gespräche

Die Ukraine bemüht sich um eine Verschiebung der Gespräche zur Beendigung des Kriegs. Hintergrund sei die Lage im Nahe Osten, teilt Präsident Wolodymyr Selenskyj mit. Die Ukraine habe diesbezügliche mit den USA Kontakt aufgenommen. Es sei über eine Verschiebung und Verlegung der nächsten Runde gesprochen worden.

„Das nächste trilaterale Treffen zwischen der Ukraine, den USA und Russland war für den Zeitraum vom 5. bis 9. März geplant, abhängig von den Entwicklungen weltweit. Derzeit gibt es einen weiteren Krieg im Nahen Osten“, erklärt Selenskyj auf X.

Selenskyj: Bisher keine Signale für neue Ukraine-Gespräche

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj geht wegen der Lage im Nahen Osten von einer Pause in den Friedensgesprächen mit Russland unter US-Vermittlung aus. „Aufgrund der Situation mit dem Iran sind die notwendigen Signale für ein trilaterales Treffen bislang noch nicht gekommen“, sagte Selenskyj in seiner in Kiew verbreiteten abendlichen Videobotschaft.

Er hatte mit neuen Verhandlungen zwischen Ukrainern und Russen Anfang März gerechnet. Nun sagte er, dass die „trilaterale diplomatische Arbeit“ wieder aufgenommen werden solle, sobald „die Sicherheitslage und der allgemeine politische Kontext es uns erlauben“. „Die Ukraine ist dazu bereit“, sagte er.

Putin erwägt Stopp der Gaslieferungen in EU – „jetzt sofort“

Angesichts des von der EU geplanten Embargos gegen russisches Gas denkt Kremlchef Wladimir Putin darüber nach, die Lieferungen nun selbst schon vorher zu stoppen. „Jetzt öffnen sich andere Märkte. Und vielleicht ist es für uns vorteilhafter, jetzt sofort die Lieferungen für den europäischen Markt einzustellen“, sagte Putin in einem auch vom Kreml veröffentlichten Interview des russischen Staatsfernsehens. Demnach erwägt der Präsident dem Inkrafttreten der EU-Sanktionen zuvorzukommen.

Eine solcher Schritt dürfte, solle er beschlossen werden, die im Zuge des Iran-Kriegs ohnehin gespannte Lage auf dem Gasmarkt weiter verschärfen und die Energiepreise noch mehr in die Höhe treiben. Das war schon nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine 2022 so.

Selenskyj: USA haben um Hilfe bei Abwehr iranischer Drohnen gebeten

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagt, die Partner seines Landes hätten Kiew um Hilfe bei der Abwehr iranischer Drohnen gebeten. Dabei sei es um im Iran entwickelte Shahed-Drohnen gegangen, sagt Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. Auch die USA hätten angefragt. Selenskyj hatte zuvor angedeutet, dass Kiew sein Fachwissen mit Ländern des Nahen Ostens teilen könnte, wenn diese dazu beitragen könnten, Russland zu einer Waffenruhe in dem Krieg zwischen der Ukraine und Russland zu bewegen.

Russland: Gas-Tanker nach ukrainischem Beschuss im Mittelmeer versunken

Ein mit Flüssiggas beladener russischer Tanker ist im Mittelmeer gesunken. Nach Darstellung der Regierung in Moskau wurde das Schiff von ukrainischen Drohnen angegriffen, die von der libyschen Küste aus abgefeuert wurden.

Die „Arctic Metagaz“ sei am Mittwoch in Gewässern zwischen Libyen und Malta untergegangen, teilte die libysche Seenotrettungsbehörde in einem Schreiben mit, das der Nachrichtenagentur Reuters vorlag. Demnach führten plötzliche Explosionen und ein massives Feuer zum Untergang des Schiffes. Bereits am Dienstag hatte geheißen, das Schiff brenne.

Putin übergibt Budapests Außenminister zwei Kriegsgefangene

Kremlchef Wladimir Putin lässt zwei Kriegsgefangene mit ungarischer und ukrainischer Staatsbürgerschaft frei und übergibt sie Budapests Außenminister Péter Szijjártó. Die Männer seien in der Ukraine zwangsweise für den Fronteinsatz mobilisiert worden, sagte Putin bei dem Treffen in Moskau. „Sie können sie mitnehmen“, antwortete er auf die im Fernsehen gezeigte Bitte Szijjártós, die Kriegsgefangenen freizulassen. Putin sagte, dass sie mit im Flugzeug des Ministers nach Budapest reisen sollten.

Am Tag zuvor hatte Putin mit Ungarns Regierungschef Viktor Orban telefoniert, der demnach ebenfalls um die Freilassung der Männer gebeten hatte. Putin lobte die Position Ungarns als ausgewogen und unabhängig im Ukraine-Krieg. Der Kremlchef betonte, dass Budapest sich prinzipiell für eine diplomatische Lösung des Konflikts einsetze. 

AP

Insider: USA wollen Rosneft Deutschland von Sanktionen ausnehmen

Die US-Regierung will die deutsche Tochter des russischen Ölkonzerns Rosneft einem Medienbericht zufolge unbefristet von Sanktionen ausnehmen. Eine Entscheidung des US-Finanzministeriums werde für Freitag erwartet, der Zeitpunkt könne sich jedoch noch ändern, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Mittwoch unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Eine Verlängerung der bestehenden Ausnahmegenehmigung würde das Risiko von Störungen im deutschen Raffineriebetrieb verringern. Der eskalierende Konflikt im Nahen Osten verunsichert derzeit die globalen Energiemärkte.

Deutschland hatte die hiesigen Töchter von Rosneft 2022 nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine unter Treuhandverwaltung gestellt. Zu den Vermögenswerten gehört auch eine Beteiligung an der PCK-Raffinerie im ostdeutschen Schwedt, einem wichtigen Kraftstofflieferanten für die Hauptstadtregion. Bereits im Oktober hatte die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, die Regierung in Washington habe schriftlich zugesichert, die deutschen Rosneft-Aktivitäten von neuen US-Energiesanktionen auszunehmen.

Das Bundeswirtschaftsministerium erklärte am Mittwoch, die im Herbst von den USA verhängten Sanktionen zielten nicht auf die deutschen Tochtergesellschaften ab, die durch die Treuhandverwaltung von der russischen Muttergesellschaft abgekoppelt seien. Die zuständige US Behörde OFAC habe vor diesem Hintergrund im Herbst schnell gehandelt und eine erste sogenannte General License veröffentlicht. Diese Genehmigung stelle sicher, dass die hiesigen Tochtergesellschaften nicht von den US-Sanktionen erfasst würden. „Im Hinblick auf eine möglichst frühzeitige Verlängerung der maßgeblichen US-Ausnahmegenehmigung stehen wir mit den zuständigen US-Behörden in einem engen und sehr konstruktiven Austausch.“

Erdölstreit: Slowakei stellt Notstromhilfe für Ukraine ein

Der slowakische Stromnetz-Betreiber Seps hat am Mittwoch die Lieferung von Notstrom an die von Russland angegriffene Ukraine eingestellt. „Ab dem Moment dieser Bekanntgabe liefert Seps keine Notstromhilfe mehr“, sagte Seps-Chef Martin Magath vor Journalisten in Bratislava. Das staatliche Unternehmen folgte damit einer Anweisung der Regierung in Bratislava, die der linksnationale Ministerpräsident Robert Fico vor mehr als einer Woche angedroht hatte.

Bisher hatte sich Seps auf gültige Lieferverträge mit der ukrainischen Partnerfirma Ukrenerho berufen. Deshalb waren von der slowakischen Regierung angekündigte Stromlieferstopps in der Realität nicht zu spüren gewesen. Nun aber habe die Regierung „diesen Prozess von der rechtlichen Seite zu Ende geführt“ und Seps kündige den Vertrag mit Ukrenerho auf, teilte Magath mit.

Der Lieferstopp betreffe ausschließlich jene technischen Einspeisungen von elektrischem Strom, die dazu dienten, „in bestimmten Momenten das ukrainische Netz zu stabilisieren“, betonte der Unternehmenschef. „Das ist nicht der Strom, der zum Beleuchten, Heizen, Kochen oder das alltägliche Leben verwendet wird“, erläuterte er.

Moskau: Ukraine hat Tanker im Mittelmeer angegriffen

Moskau hat Kiew vorgeworfen, ein russisches Schiff im Mittelmeer angegriffen zu haben. Laut dem russischen Verkehrsministerium attackierte die Ukraine am Vortag im Mittelmeer den Gastanker Arctic Metagaz „in unmittelbarer Nähe“ Maltas. Belege dafür lieferte die Behörde nicht. 

Der Tanker kam dem Ministerium zufolge beladen aus dem russischen Hafen Murmansk. Alle 30 Besatzungsmitglieder, demnach russische Staatsbürger, seien gerettet worden, teilte das Ministerium mit Dank an Malta mit. Der Vorfall werde als Akt internationalen Terrors und Piraterie eingestuft. Außerdem warf Moskau Mitgliedstaaten der EU vor, solche Handlungen zu dulden. Zu den Folgen des Vorfalls machte das Ministerium keine Angaben. Auf nicht überprüfbaren Fotos und Videos in sozialen Medien, die den Vorfall zeigen sollen, waren Rauch und Feuer auf einem stark beschädigten Schiff zu sehen.

Wadephul nennt Ungarn-Veto gegen Ukraine-Hilfe unannehmbar

Außenminister Johann Wadephul fordert ein rasches Ende der ungarischen Blockade von bereits beschlossenen neuen Milliarden-Geldern der EU für die von Russland angegriffene Ukraine. „Wir können es uns nicht länger leisten, dass unannehmbare Blockaden – wie sie derzeit von Ungarn ausgehen – diese dringend benötigte Hilfe verzögern und so Menschenleben kosten, weil wichtige Mittel zur Landesverteidigung fehlen“, kritisierte der CDU-Politiker vor der Abreise zu einer informellen Sitzung des Ostseerats in der polnischen Hauptstadt Warschau.

Die Europäer und nicht nur die Ostseeanrainer müssten noch mehr tun, um der Ukraine zu helfen, verlangte Wadephul. Dabei gehe es auch um die Begleitung der Ukraine auf ihrem Weg in die Europäische Union. Diesen Weg wolle man gemeinsam gehen – er werde „in Zukunft die vielleicht wichtigste Sicherheitsgarantie für die Ukraine überhaupt sein“.

Belgien: Zehn Millionen Euro Kaution für festgesetzten Tanker

Der von Belgien festgesetzte Tanker der russischen Schattenflotte muss eine Kaution von mehr als zehn Millionen Euro hinterlegen. Erst wenn die Kaution in Höhe von 10.020.000 Euro gezahlt worden sei und eine erneute positive Inspektion bestätige, dass das Schiff den Vorschriften entspreche, dürfe es wieder auslaufen, teilten Belgiens Justizministerin Annelies Verlinden und Verkehrsminister Jean-Luc Crucke mit.

Insgesamt seien 45 Verstöße festgestellt worden. Dabei handelt es sich den Angaben nach unter anderem um gefälschte Zertifikate, die darauf zurückzuführen seien, dass der Tanker unter falscher Flagge Guineas gefahren sei. Zudem seien technische Mängel festgestellt worden.

Eine erneute Untersuchung des Tankers „Ethera“ werde erst gemacht, wenn der Reeder oder Eigentümer angebe, dass der Tanker allen geltenden Vorschriften entspreche. Bis dahin müsse die 21-köpfige Besatzung an Bord bleiben. Die Besatzung besteht den Angaben nach aus einem russischen Kapitän, sieben Offizieren indischer, georgischer und indonesischer Herkunft sowie 13 weiteren Besatzungsmitgliedern aus Indien. Belgien hatte den Öltanker mit Unterstützung Frankreichs am Wochenende festgesetzt. Er wurde zum Hafen von Seebrügge eskortiert.

Russland: Ukraine greift auch im Mittelmeer an

Russland wirft der Ukraine die Ausweitung der Kampfzone auf das Mittelmeer vor. Am Dienstag sei ein russischer Gas-Tanker im Mittelmeer mit ukrainischen Seedrohnen angegriffen worden und in Brand geraten, teilt das Verkehrsministerium in Moskau mit. Die 30 russischen Besatzungsmitglieder seien in Sicherheit. Das Ministerium spricht von einem „Akt des internationalen Terrorismus“. Eine Stellungnahme der Ukraine lag zunächst nicht vor.

Ukraine: Erneut Angriffe auf Bahn – Personenzug getroffen

Eine russische Drohne hat in der südukrainischen Region Mykolajiw einen leeren Personenzug getroffen. Dabei wurde ein Eisenbahnmitarbeiter verletzt, wie der stellvertretende Ministerpräsident Oleksij Kuleba mitteilt. Die ukrainische Staatsbahn Ukrsalisnyzja erklärt, Russland habe seine Drohnenangriffe auf die Eisenbahn-Infrastruktur verstärkt. Bei einem Angriff auf einen Nahverkehrszug in der Region Dnipropetrowsk waren am Montag ein Mensch getötet und sieben weitere verletzt worden. Seit Anfang März seien 18 Angriffe registriert worden, bei denen 41 Anlagen beschädigt wurden.

Bundesnachrichtendienst: Russland schönt Kosten des Angriffskrieges

Die Lage der russischen Wirtschaft und des Staatshaushalts ist nach Ansicht des Bundesnachrichtendienstes schlechter als offiziell dargestellt. „Russland versucht, durch geschönte Zahlen die wahren Kosten seines Angriffskrieges gegen die Ukraine zu verschleiern“, schreibt der Nachrichtendienst am Mittwoch auf der Plattform LinkedIn. „Das echte Defizit des föderalen Haushalts 2025 liegt über 2,36 Billionen Rubel (26,18 Milliarden Euro) höher als offiziell ausgewiesen.“ Der BND beruft sich auf nachrichtendienstliche Erkenntnisse.

Im fünften Jahr des Krieges gegen die Ukraine wiesen nahezu alle Sektoren der russischen Volkswirtschaft eine Negativentwicklung auf, heißt es weiter. Neben deutlich niedrigeren Öl- und Gaseinnahmen aufgrund der seit 2022 stark gesunkenen Weltmarktpreise läge dies auch an den westlichen Sanktionen. Die Kosten für den Krieg würden von der russischen Führung billigend in Kauf genommen und noch über Jahre nachwirken. „Mit der Verschleierung der wirtschaftlichen Schäden wird der Investitionsstandort Russland zum unwägbaren Risiko“, schreibt der BND.

Merz an Trump: Europa in Ukraine-Verhandlungen einbeziehen

Bundeskanzler Friedrich Merz hat von US-Präsident Donald Trump mehr Druck auf Moskau verlangt und gefordert, Europa in die Verhandlungen über eine Friedenslösung in der Ukraine einzubeziehen. „Wir sind nicht bereit, ein Abkommen zu akzeptieren, das über unsere Köpfe hinweg verhandelt wird“, sagte der CDU-Vorsitzende in Washington nach einem Treffen mit Trump im Weißen Haus. 

Trump wisse: „Nur ein Frieden, den Europa mitträgt und legitimiert, kann auch wirklich von Dauer sein“, sagte Merz. Der US-Präsident wisse auch, dass Europas Beiträge zur Sicherheit, zum Wiederaufbau und zur europäischen Einbettung der Ukraine „für diesen Frieden schlichtweg unverzichtbar“ seien. Ohne die EU und ihre engen Partner wie Großbritannien „geht das nicht“. 

Deutschland sei mittlerweile bei weitem der wichtigste Unterstützer der Ukraine, militärisch, finanziell, politisch, erinnerte der Kanzler. „Mein Eindruck ist, dass Präsident Trump das sehr gut weiß.“

Insider: Russischer LNG-Tanker brennt im Mittelmeer

Ein mit Sanktionen belegter russischer Tanker für Flüssigerdgas (LNG) ist Sicherheitskreisen zufolge im Mittelmeer in Brand geraten. Das Schicksal der Besatzung der „Arctic Metagaz“ sei unklar, hieß es in Schifffahrtskreisen. Ein Insider vermutet, das Schiff sei von einer Seedrohne angegriffen worden. Die Person verdächtigt die Ukraine, ohne jedoch Belege zu präsentieren. Die letzte Position des Schiffes wurde am Montag vor Malta gemeldet. Russische und ukrainische Stellungnahmen liegen zunächst nicht vor.

HB

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