Russland lehnt Donbass-Referendum ab – Selenskyj an der Front
Moskau beharrt darauf, dass die umstrittenen Gebiete im Donbass russisches Territorium sind und lehnt Selenskyjs Vorschlag für eine Volksabstimmung ab. Der ukrainische Präsident besucht derweil die Frontlinie.
Im Streit um die Zukunft der Ukraine zeigt sich eine tiefe Kluft zwischen den Verhandlungsparteien. Der russische Kremlberater Jurij Uschakow wies Präsident Selenskyjs Idee einer Volksabstimmung über Gebietsabtretungen im Donbass kategorisch zurück. Russland betrachtet die Regionen Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja seit 2022 als eigenes Territorium – eine völkerrechtlich nicht anerkannte Annexion.
Uschakow kritisierte zugleich die laufenden Friedensgespräche. Er wirft Selenskyj vor, in Verhandlungen mit den USA bewusst für Moskau inakzeptable Forderungen einzubringen. Russland fordert als Bedingung für einen Waffenstillstand den Rückzug ukrainischer Truppen aus dem Donbass. Als Alternative schlägt der Kreml vor, künftig weder russische noch ukrainische Soldaten in der Region zu stationieren – stattdessen aber Sicherheitskräfte wie die bewaffnete Nationalgarde einzusetzen.
Derweil meldet die Ukraine militärische Erfolge: Die Armee eroberte nach eigenen Angaben zwei Dörfer in der Region Charkiw zurück und unterbrach damit eine wichtige russische Versorgungslinie. Präsident Selenskyj besuchte am Freitag persönlich die zurückgewonnene Stadt Kupjansk und betonte, dass militärische Erfolge die Grundlage für diplomatische Durchbrüche seien.