Russland stationiert neue Raketentype in Belarus
Moskau präsentiert die Oreschnik als Wunderwaffe. Militärexperten sehen das anders: Die Rakete ist ungenau, teuer und militärisch wenig effektiv. Dennoch hat Belarus die Stationierung bestätigt.
Belarus hat bestätigt, dass Russland atomwaffenfähige Oreschnik-Raketen im Land stationiert hat. Präsident Alexander Lukaschenko kündigte dies in seiner Jahresansprache an und betonte, die Raketen sollten im Kampf eingesetzt werden. Moskau nutzt die Stationierung offenbar zu Abschreckungszwecken.
Militärfachleute bewerten die Oreschnik allerdings kritisch: Bei der Waffe soll es sich nicht um eine völlig neue Entwicklung handeln, sondern um ein älteres Raketenmodell mit Verbesserungen. Sie ist demnach ungenau, kostet viel und ist nur in kleinen Mengen verfügbar. Beim ersten Einsatz im November 2024 gegen eine ukrainische Rüstungsfabrik ging es Russland offenbar hauptsächlich um Propagandaeffekte.
Dies ist nicht Russlands erste Aufrüstung in Belarus: Bereits 2023 stationierte Moskau taktische Atomwaffen dort. Das Land ist ein wichtiger russischer Verbündeter und diente im Februar 2022 auch als Ausgangspunkt für die russische Invasion der Ukraine.