Selenskyj fordert volle EU-Mitgliedschaft statt Sonderstatus
Der ukrainische Präsident lehnt Deutschlands Vorschlag für einen assoziierten EU-Status ab. Selenskyj beharrt darauf, dass die Ukraine als gleichberechtigtes Mitglied in die Europäische Union aufgenommen werden muss – nicht mit eingeschränkten Rechten.
Wolodymyr Selenskyj hat in einem Brief an die EU-Spitze deutlich gemacht, dass er Bundeskanzler Friedrich Merz' Vorschlag für einen assoziierten Mitgliedschaftsstatus ablehnt. Nach Ansicht des ukrainischen Präsidenten wäre es unfair, wenn sein Land in der Europäischen Union präsent wäre, aber ohne Stimmrecht bleiben müsse.
Merz hatte vorgeschlagen, der Ukraine als Zwischenschritt eine Teilnahme an EU-Treffen ohne Stimmrecht zu ermöglichen. Dies könnte ein Abkommen zur Beendigung des Krieges erleichtern. Deutschland argumentiert, dass ein schneller vollständiger Beitritt derzeit nicht möglich ist. Selenskyj hingegen betont, dass die Ukraine Europa vollständig und nicht nur teilweise verteidige und daher eine faire Behandlung mit gleichen Rechten verdiene.
Der ukrainische Präsident sieht zudem bessere Chancen für echte Fortschritte bei den Beitrittsverhandlungen, seitdem der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán im vergangenen Monat abgewählt wurde. Gleichzeitig kritisiert Selenskyj, dass der Erweiterungsprozess viel zu lange dauert und Europa sich schneller bewegen müsse, um die Ukraine nicht weiter in einem Wartezustand zu halten.