Meloni beim Merz-Dinner: Italiens Regentin hält Schlüssel für Ukraine-Pläne
Bundeskanzler Merz lädt europäische Spitzenpolitiker zum Friedensplan-Dinner. Doch bei einer Person muss er besonders geschickt agieren: Italiens Ministerpräsidentin Meloni fühlt sich übergangen und könnte zentrale EU-Projekte blockieren.
Bundeskanzler Friedrich Merz empfängt heute die wichtigsten europäischen Führungspersönlichkeiten im Kanzleramt. Neben Ukraine-Präsident Selenskyj und EU-Spitzenvertretern sitzt auch Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni am Tisch. Die Regentin der Südeuropäer hat zuletzt deutlich gemacht, dass sie sich von den Europäern, besonders von Deutschland, Frankreich und Großbritannien, übergangen fühlt.
Der Grund für Melonis Unmut ist konkret: Beim London-Gipfel der drei Großmächte zur Ukraine-Friedensstrategie vor einer Woche war Italien nicht eingeladen. Nun verfügt die italienische Regierung über zwei Machtmittel, die Merz-Pläne zu gefährden. Beim Thema gefrorene russische Vermögen blockiert Italien gemeinsam mit Belgien und Malta den deutschen Plan, nicht nur die Zinsen, sondern das gesamte Vermögen von 210 Milliarden Euro für die Ukraine freizugeben. Zudem bremst Rom beim erhofften EU-Beitritt der Ukraine und signalisiert hohe Anforderungen an Reformen.
Hinzu kommt ein zweites großes Konfliktfeld: das geplante Mercosur-Handelsabkommen mit Südamerika. Italiens Unterstützung stand lange fest, gerät nun aber ins Wanken. Diplomatische Beobachter vermuten, dass Melonis enge Beziehungen zu US-Präsident Trump eine Rolle spielen, der dem Freihandel skeptisch gegenübersteht. So sitzt in Berlin nicht nur eine Gesprächspartnerin am Tisch – sondern möglicherweise das Zünglein an der Waage für mehrere europäische Megaprojekte.