Berlin. Insgesamt 44 Prozent der Beschäftigten in der Privatwirtschaft können sich dieses Jahr über Urlaubsgeld freuen. Wie das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung am Dienstag weiter mitteilte, sind Arbeitnehmer mit Tarifvertrag klar im Vorteil. Von ihnen erhalten 73 Prozent die Sonderzahlung. Sie haben im Durchschnitt auch mehr Urlaubstage.
„Wenn der Tarifvertrag fehlt, fehlt meist auch das Urlaubsgeld – und auch die Grundgehälter sind im Durchschnitt niedriger“, erläuterte WSI-Lohnexperte Malte Lübker: „Das ist ein Befund, der seit Jahren stabil ist.“
Umso bedenklicher sei der Rückgang der Tarifbindung. Diese liegt heute nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) nur noch bei 49 Prozent, verglichen mit rund 80 Prozent zur Mitte der 1990er Jahre.
Die Chancen auf die Sonderzahlung sind ungleich verteilt. Männer, Beschäftigte in Westdeutschland sowie Angestellte in großen Betrieben profitieren deutlich häufiger. So bekommen 49 Prozent der in der Privatwirtschaft beschäftigten Männer ein Urlaubsgeld, gegenüber 38 Prozent der Frauen. Arbeitnehmer in Ostdeutschland gehen ebenfalls öfter leer aus, was das WSI unter anderem auf die dort niedrigere Tarifbindung zurückführt.



