Magyar fordert ungarischen Präsidenten zum Rücktritt auf
Der designierte ungarische Regierungschef Péter Magyar hat Staatspräsident Tamás Sulyok unmittelbar nach seinem Wahlsieg zum Rücktritt aufgefordert. Magyar wirft dem Orbán-Vertrauten vor, die nationale Einheit nicht verkörpern zu können.
Ungarns künftiger Ministerpräsident Péter Magyar hat nach seinem Wahltriumph klare Signale für einen politischen Umbruch gesetzt. Bei einem Treffen mit Staatspräsident Tamás Sulyok forderte er diesen auf, sein Amt aufzugeben. Magyarwirft dem 70-Jährigen vor, unwürdig zu sein, die Einheit des Landes zu repräsentieren, und zweifelt an dessen Fähigkeit, die Rechtsstaatlichkeit zu sichern.
Sollte Sulyok nicht freiwillig gehen, kündigte Magyar an, die Verfassung zu ändern, um den Präsidenten sowie weitere Schlüsselpersonen aus Orbáns System abzusetzen – darunter den Generalstaatsanwalt und den Verfassungsgerichtspräsidenten. Sulyoks Amtszeit würde eigentlich noch bis März 2029 andauern. Der Präsident hat sich bislang nicht öffentlich zu der Forderung geäußert.
Überraschende Unterstützung erhielt Magyar von US-Präsident Donald Trump, der im Wahlkampf noch Orbán unterstützt hatte. Trump bescheinigte dem 45-Jährigen in einem Interview, ein guter Mensch und guter Anführer zu sein. Magyar, der ursprünglich aus Orbáns Fidesz-Partei stammt, hatte sich vor zwei Jahren losgesagt und war zum Oppositionsführer aufgestiegen.