Vaihingen an der Enz in Baden-Württemberg: Entwarnung nach Alarm wegen Polonium
Verdächtiges Fläschchen entdeckt
Entwarnung nach Strahlenschutzalarm in Baden-Württemberg
Der brisante Fund bei der Ostereiersuche erweist sich als harmlos: In Vaihingen an der Enz hatten zwei Männer ein Behältnis mit der Aufschrift »Polonium« entdeckt. Dahinter steckt offenbar Etikettenschwindel.
Großeinsatz in Vaihingen: 140 Feuerwehrleute rückten an Ostern an
Foto: Karsten Schmalz / dpa
Aufatmen in Vaihingen an der Enz: Einsatzkräfte haben in der baden-württembergischen Stadt am Sonntag einen verdächtigen Gegenstand untersucht, der sich im Nachhinein als ungefährlich herausstellte . Wie die Stadt auf ihrer Internetseite mitteilte, fanden zwei Anwohner eines Wohngebiets ein Fläschchen in ihrem Garten, das mit »Polonium 210« beschriftet war.
Sie meldeten den Fund während einer Ostereiersuche den Behörden, woraufhin Strahlenschutzalarm ausgelöst wurde. Der Stoff gilt als hochgiftiges, radioaktives Element. Es ist besonders gefährlich, wenn es in den Körper gelangt. Die beiden Männer, die das verdächtige Fläschchen gefunden haben, blieben unverletzt.
Laut der Stadt rückten 140 Feuerwehrleute aus dem gesamten Landkreis, darunter zahlreiche speziell geschulte Einsatzkräfte, aus und sicherten und untersuchten den Behälter in Schutzkleidung.
Messungen vor Ort ergaben laut der Stadt keine erhöhte Strahlenbelastung – weder am Behältnis selbst noch in der Umgebung des Fundortes. Die Anwohner konnten in ihr Haus zurückkehren. Das Gefäß wurde von Experten des baden-württembergischen Umweltministeriums abtransportiert, geöffnet, untersucht und entsorgt.
Polonium erlangte internationale Bekanntheit durch den Fall des russischen Ex-Geheimdienstoffiziers Alexander Litwinenko. Er starb im Jahr 2006 in London an den Folgen einer Vergiftung mit Polonium 210. Mehr über die Hintergründe des Mordes an Litwinenko können Sie hier lesen.
Polonium kann als Waffe eingesetzt werden
Bei der Strahlung, die Polonium abgibt, handelt es sich um die Alphastrahlung. Diese besteht aus Heliumkernen und ist normalerweise ungefährlich, wenn sie von außen auf den Körper trifft. Die menschliche Haut genügt als Barriere, um die Alphastrahlung abzuschirmen. Auch für jenen, der das Polonium-210 etwa in einem Glasfläschchen transportiert, besteht deshalb keine Gefahr. Bei der Explosion einer Kernwaffe wird dagegen Gammastrahlung freigesetzt, die in den Körper eindringt (mehr zur Wirkung von Polonium hier).
Anders ist es, wenn Polonium-210 in den Körper gelangt – entweder über das Essen, über Getränke oder durch Einatmen. Dann entfaltet die Strahlung ihre zerstörerische Wirkung. Je nach Dosis langsam binnen Wochen oder schnell binnen Tagen.
Zwar wird ein großer Teil des aufgenommenen Poloniums direkt wieder ausgeschieden. Doch über den Blutstrom erreicht der Rest verschiedene Gewebe und Organe. Dort hat die Alphastrahlung eine so große Energie, dass sie Zellstrukturen geradezu zertrümmert. Zudem schädigt sie die DNA. Ist das Erbgut zu schwer beschädigt, stirbt die Zelle ab. Vor allem bei jenen Zellen, die sich schnell teilen, macht sich das als Erstes bemerkbar – etwa bei Knochenmarks- oder Darmzellen.
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