Venezuela gibt Freilassung von über 100 politischen Gefangenen bekannt
Die venezolanische Regierung teilt mit, dass 116 politische Häftlinge freikommen. Menschenrechtsorganisationen können bislang deutlich weniger Fälle bestätigen und kritisieren das Tempo der Freilassungen als unzureichend.
Die Regierung in Caracas hat die Freilassung von 116 politischen Gefangenen mitgeteilt. Nach Angaben des Strafvollzugsministeriums waren diese Personen wegen "Störungen der verfassungsmäßigen Ordnung" inhaftiert. Im Dezember seien bereits 187 weitere Häftlinge freigekommen, hieß es.
Allerdings können Menschenrechtsorganisationen die hohen Zahlen nicht vollständig überprüfen. Die NGO "Justicia, Encuentro y Perdón" konnte bislang 53 Fälle verifizieren, die Organisation Foro Penal bestätigt 41 Freilassungen. Beide kritisieren, dass die Freigaben viel zu langsam vorangehen, angesichts der vielen unzulässig Festgenommenen. Darunter befanden sich zwei italienische Staatsbürger, die laut Ministerpräsidentin Meloni nun in Sicherheit sind und nach Italien gebracht werden.
Die Freilassungen erfolgen unter Druck der USA. Präsident Trump hatte nach der Festnahme von Nicolás Maduro Anfang Januar erklärt, die Kontrolle über Venezuela auszuüben. Menschenrechtsorganisationen weisen seit Jahren auf willkürliche Verhaftungen und Misshandlungen hin, besonders im berüchtigten Gefängnis El Helicoide in Caracas.