Verteidigung: Norwegen wird Teil des französischen atomaren Schutzschirms

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Verteidigung: Norwegen wird Teil des französischen atomaren Schutzschirms

Der norwegische Ministerpräsident unterzeichnet in Paris ein Verteidigungsabkommen mit Macron. Das Nato-Land zweifelt daran, dass die USA im Ernstfall helfen würden – und zieht Konsequenzen.
27.05.2026 – 21:34 Uhr Artikel anhören

Frankreichs Präsient Macron (r.) und der norwegische Premier Störe: Ein Angriff auf Norwegen könnte künftig einen französischen Gegenschlag auslösen. Foto: via REUTERS

Oslo. Norwegen will unter den atomaren Schutzschirm Frankreichs schlüpfen. Ministerpräsident Jonas Gahr Störe reiste am Mittwoch nach Paris, um mit Präsident Emmanuel Macron ein entsprechendes Verteidigungsabkommen zu unterzeichnen.

Bisher sind die Nato-Länder Europas unter dem atomaren Schutzschirm der Supermacht USA. Seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump gibt es aber Zweifel, ob Washington die Europäer etwa in einem Konflikt mit Russland wirklich schützen würde. Norwegen ist nach Polen und Litauen, die ebenfalls an Russland grenzen, das jüngste Land, das Frankreichs Schutz in Anspruch nehmen will.

Störe sagte am Mittwoch der norwegischen Nachrichtenagentur NTB, der Schritt erfolge angesichts der sicherheitspolitischen Lage in Europa. Dazu gehöre die massive Aufrüstung Russlands, auch im nuklearen Bereich, sowie der Umstand, dass Moskau einen umfassenden Krieg gegen ein anderes europäisches Land führe. In Friedenszeiten würden jedoch keine Atomwaffen in Norwegen stationiert, fügte er hinzu.

Die Entscheidung ist bemerkenswert, da das Nato-Mitglied Norwegen sicherheitspolitisch traditionell eng an die USA gebunden ist. Das Land mit 5,6 Millionen Einwohnern gehört nicht der Europäischen Union an und teilt in der Arktis eine Grenze mit Russland. Frankreich hatte im März angeboten, seinen Schutzschirm auf andere europäische Länder auszuweiten. Ein Angriff auf Norwegen könnte damit künftig einen französischen atomaren Gegenschlag auslösen.

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