Vierschanzentournee: Hoffmann profitiert von Zajc-Disqualifikation
Beim Auftaktspringen in Oberstdorf steht überraschend ein deutscher Springer auf dem Podium. Felix Hoffmann rückt nach der Disqualifikation eines Konkurrenten auf Platz drei vor.
Ein Millimeter entschied über Medaillen und Jubel: Beim Auftaktspringen der Vierschanzentournee in Oberstdorf ergatterte Felix Hoffmann einen dritten Platz – allerdings nicht durch eigene Leistung allein. Der Slowene Timi Zajc wurde nach Wettkampfende disqualifiziert, weil sein Anzug nicht den Regelvorschriften entsprach. Hoffmann profitierte von diesem unerwarteten Glücksfall und rückte ins Podium auf.
Den Sieg holte sich der Slowene Domen Prevc mit beeindruckenden Sprüngen auf 141,5 und 140 Meter. Hoffmanns Leistung mit Sprüngen auf 132,5 und 136 Meter reichte zunächst nur für Platz vier. Philipp Raimund zeigte sich als bestes deutsches Einzelresultat mit Rang fünf. Die Disqualifikation ist eine Verschärfung der FIS-Kontrollen nach Betrugsfällen in der Vorsaison.
Für die deutschen Skispringer bleibt die Bilanz durchwachsen. Von neun Teilnehmern schafften es nur zwei in den zweiten Durchgang. Olympiasieger Andreas Wellinger enttäuschte mit 110,5 Metern deutlich, während Weltmeister Karl Geiger bereits in der Qualifikation ausschied. Deutschland wartet seit fast 24 Jahren auf einen Tournee-Gesamtsieg – der letzte Erfolg gelang Sven Hannawald 2002.