UN-Menschenrechtskommissar kritisiert Klimakonferenz-Ergebnisse scharf
Volker Türk wirft Staaten Untätigkeit in der Klimakrise vor und stellt provokative Fragen zur künftigen Beurteilung dieser Entscheidungen.
Der UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk hat die Ergebnisse der Weltklimakonferenz COP30 in Brasilien heftig kritisiert. Bei einem Forum in Genf äußerte er Zweifel daran, wie kommende Generationen das mangelnde Handeln der Weltführer bewerten werden – und stellte die unbequeme Frage, ob es eines Tages als Ökozid oder Verbrechen gegen die Menschheit eingestuft werden könnte.
Der Grund für diese scharfe Kritik: Die Konferenz endete ohne verbindlichen Beschluss zu einem Ausstiegsplan aus Kohle, Öl und Gas. Das Abschlussdokument enthält nicht mal das Wort "fossile". Länder wie Deutschland und die EU hatten bis zum Schluss für eine klare Verpflichtung gekämpft, scheiterten aber am Widerstand von Ölstaaten wie Saudi-Arabien und China.
Während Umweltorganisationen von einer verpassten Chance sprechen, sieht Brasiliens Präsident Lula das Ergebnis als Sieg des Multilateralismus. UN-Generalsekretär Guterres lobte zwar die Einigung trotz geopolitischer Spannungen, räumte aber gleichzeitig ein, dass nicht alles erreicht wurde, was nötig ist.