Söder gerät beim Koalitions-Gipfel aneinander
Beim nächtlichen Treffen im Kanzleramt zeigt sich CSU-Chef Söder laut Video-Aufnahmen aufgebracht. Streitpunkt: die Zukunft von Verbrennungsmotoren in der EU-Autopolitik.
Während Kanzler Friedrich Merz nach dem Koalitions-Gipfel von einer harmonischen Nacht spricht, erzählt eine Videoaufnahme eine andere Geschichte. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder wirkt darin sichtlich erregt und fuchtelt wild herum – ein Gegensatz zu den Statements über sachliche Verhandlungen.
Kernpunkt der Auseinandersetzung war die Automobil-Politik. Söder kritisierte die starre Linie von Umweltminister Carsten Schneider und SPD-Fraktionschef Matthias Miersch zum Verbrenner-Verbot ab 2035. Die CSU argumentiert, dass ein frühes Ausstiegsverbot deutschen Autoherstellern auf dem Weltmarkt schadet, wo andere Länder gemischte Strategien verfolgen. Söder plädierte für technologische Offenheit und eine Verschiebung des Verbrenner-Outs.
Sein leidenschaftlicher Einsatz half jedoch nicht: Die Koalitionspartner einigten sich nicht. Damit rückt auch der geplante Auto-Gipfel am Donnerstag in weite Ferne – ohne klare Ergebnisse für die Industrie.