Wahl in Dänemark: Sozialdemokraten von Mette Frederiksen gewinnen

Wahl in Dänemark: Sozialdemokraten von Mette Frederiksen gewinnen

»Natürlich ärgere ich mich, dass wir nicht mehr Stimmen bekommen haben«, sagte die 48-jährige Frederiksen in der Nacht zu Mittwoch und betonte, sie wolle Regierungschefin bleiben. Die Sozialdemokraten seien weiterhin »die mit Abstand beliebteste politische Partei der Dänen«.

Die Regierungsbildung wird schwierig

Das Parlament in Kopenhagen hat 179 Sitze. 175 Mandate werden in Dänemark vergeben, dazu kommen jeweils zwei in Grönland und auf den Färöer-Inseln – beide gehören zum dänischen Königreich. Die grönländischen Stimmen sollten erst am Morgen ausgezählt sein.

Ohne die vier nordatlantischen Abgeordneten – die färöischen Mandate gehen an einen Sozialdemokraten und eine bürgerlich-liberale Politikerin – kommt der sogenannte Rote Block aus linken Parteien nach der Wahl auf 84 Sitze. Der bürgerlich-konservative »Blaue Block« kommt auf 77 Sitze.

Zwischen den Lagern steht die relativ neue Partei Moderaterne von Außenminister Lars Løkke Rasmussen, die sich der politischen Mitte zuordnet. Mit ihren 14 Mandaten könnte der Partei wie schon nach der vorherigen Wahl 2022 wieder eine Schlüsselrolle bei den Verhandlungen über eine künftige Regierung zufallen.

Frederiksen ist seit 2019 Regierungschefin. Seit 2022 führte sie eine breite Regierung der politischen Mitte an, bestehend aus den Sozialdemokraten, der rechtsliberalen Venstre und der Partei Moderaterne.

»Wir haben unter sehr schwierigen Bedingungen die Regierungsverantwortung gehabt«, sagte Frederiksen mit Blick auf die Folgen der Coronapandemie, den Ukrainekrieg und andere Krisen. Unter diesen Voraussetzungen sei das aktuelle Wahlergebnis »okay«. Laut der Nachrichtenagentur Ritzau fuhren die Sozialdemokraten ihr schlechtestes Ergebnis seit 1903 ein.

Mit wem sie künftig regieren will, verriet Frederiksen nicht. Schon vor der Wahl hatte sie sich nicht auf mögliche Koalitionspartner festlegen wollen. »Ich schließe nichts aus«, sagte sie dem dänischen Fernsehen am Wahltag. »Es ist wichtig, an einer Regierung festzuhalten, die in einer unsicheren Welt handlungsfähig ist.«

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