Dänemark: Sozialdemokraten gewinnen Wahl, Regierungsbildung offen
Mette Frederiksen bleibt trotz schwächster Wahlergebnis ihrer Partei seit über 120 Jahren Favoritin für die Kanzlerschaft. Die Koalitionsverhandlungen werden schwierig.
Bei der Parlamentswahl in Dänemark haben die Sozialdemokraten um Mette Frederiksen zwar die meisten Stimmen erhalten, müssen aber mit einem historisch schlechten Ergebnis leben. Laut Nachrichtenagentur Ritzau ist es das schwächste Wahlergebnis der Partei seit 1903. Frederiksen signalisierte aber bereits, dass sie Regierungschefin bleiben möchte und verwies auf die schwierigen Bedingungen wie die Corona-Folgen, den Krieg in der Ukraine und weitere globale Krisen.
Die Regierungsbildung dürfte sich kompliziert gestalten. Der sogenannte Rote Block aus linken Parteien erreicht ohne die noch auszuzählenden Mandate aus Grönland nur 84 Sitze im 179-köpfigen Parlament. Der konservative Blaue Block kommt auf 77 Sitze. Damit wird die relativ neue Partei Moderaterne des Außenministers Lars Løkke Rasmussen mit 14 Mandaten zum Zünglein an der Waage. Sie könnte wie bereits nach der Wahl 2022 entscheidend für die Koalitionsverhandlungen werden.
Frederiksen wollte sich zu möglichen Partnern nicht festlegen. Sie betonte nur, dass Dänemark eine handlungsfähige Regierung in dieser unsicheren Zeit brauche und schloss keine Option aus.