Washington Post: Herausgeber William Lewis tritt zurück
Nach zwei Jahren an der Spitze der renommierten US-Zeitung gibt William Lewis sein Amt auf. Sein Rücktritt folgt auf massive Sparmaßnahmen mit Hunderten von Entlassungen.
William Lewis, seit Anfang 2024 Herausgeber und Geschäftsführer der Washington Post, hat seinen Rücktritt angekündigt. In einem Abschiedsschreiben an die Redaktion begründete der 56-Jährige seinen Schritt damit, dass nach zwei Jahren des Wandels der richtige Moment für einen Wechsel gekommen sei. Lewis dankte Eigentümer Jeff Bezos für dessen Unterstützung.
Der Rücktritt kommt kurz nach drastischen Sparmaßnahmen bei der Zeitung. Anfang dieser Woche kündigte die Washington Post an, etwa ein Drittel ihrer Belegschaft zu entlassen – darunter rund 300 Journalisten. Gleichzeitig sollen ganze Ressorts wie die Sportredaktion aufgelöst und die Auslandsberichterstattung stark reduziert werden. Diese Entscheidungen führten zu erheblichen Protesten in der Redaktion und der Medienbranche.
Kritiker warfen Lewis vor, während dieser turbulenten Zeit kaum präsent gewesen zu sein. Besonders umstritten war seine Abwesenheit bei der Ankündigung der Entlassungen. Jeff D'Onofrio, bisheriger Finanzchef, übernimmt nun kommissarisch die Leitung. Die Washington Post befindet sich seit Jahren in finanziellem Umbruch unter der Führung von Eigentümer Jeff Bezos.