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Anwalt warnt: Hohe Einstiegsgehälter bei Großkanzleien sind nicht alles

30. Mai 2026· Nadine Sommer

US-Kanzleien locken deutsche Junganwälte mit Einstiegsgehältern von 180.000 Euro. Ein Restrukturierungsexperte hält diese Summen für überbewertet und warnt vor versteckten Kosten.

Amerikanische Großkanzleien zahlen ihren Berufsanfängern in Deutschland rekordverdächtige Summen: Bei Willkie Farr & Gallagher verdienen Junganwälte im ersten Jahr bis zu 180.000 Euro, bei Milbank kommen zusätzlich Bonuszahlungen hinzu. Doch nicht alle in der Branche sehen darin tatsächliche Traumgehälter.

Martin Lambrecht, Restrukturierungsanwalt und Kanzleichef, relativiert die Attraktivität dieser Zahlen. Zwar übersteigen sie den von Sozialwissenschaftlern ermittelten Wohlfahrtspunkt beim Einkommen deutlich, doch langfristig spielen sie eine untergeordnete Rolle. Nach einigen Jahren könne ein Wechsel zur Big Law bedeuten, insgesamt 200.000 Euro weniger verdient zu haben – ein beträchtlicher Unterschied, den Lambrecht aber in Relation setzt.

Der eigentliche Preis für das hohe Einstiegsgehalt liegt dem Anwalt zufolge woanders: in den nicht-monetären Chancen, die Arbeitnehmer aufgeben. Für junge Juristen sei es wichtig, diese Abwägung bewusst zu treffen, bevor sie sich für einen Arbeitgeber entscheiden.

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