Wirtschaftskanzleien: „Das hohe Gehalt bei Großkanzleien hat einen Preis“
Mann in einem Büro: Wer bei einer Großkanzlei einsteigt, verdient vom ersten Tag an viel Geld. Foto: IMAGO/Pond5 Images
Herr Lambrecht, US-Wirtschaftskanzleien wie Willkie Farr & Gallagher bieten ihren Junganwälten in Deutschland im ersten Berufsjahr 180.000 Euro. Bei Milbank ist zusätzlich noch ein Bonus möglich. Zahlen Sie Ihren Associates ähnliche Traumgehälter?
Nein. Ich bezweifle auch, dass es wirklich „Traumgehälter“ sind, die da gezahlt werden.
Wieso? Die meisten Menschen verdienen selbst zum Ende ihrer Karriere nur einen Bruchteil davon.
Die Einstiegsgehälter sind in den Großkanzleien zwar absurd hoch, aber langfristig spielt das keine Rolle, da ist die Nutzung von nichtmonetären Chancen wichtiger. Das sollte man wissen, bevor man sich als junge Anwältin oder als junger Anwalt für einen Job entscheidet.
Das Startgehalt spielt keine Rolle? Das dürften auch in Ihrer Kanzlei viele Mitarbeiter etwas anders sehen.
Ein sehr guter Absolvent verdient bei uns nach normalen Maßstäben auch sehr viel Geld. Die in den Sozialwissenschaften ermittelte Grenze des Glücks beim Einkommen ist auch da überschritten. Aber klar: Andere zahlen mehr. Einige Jahre nach dem Berufseinstieg hat man dann vielleicht 200.000 Euro weniger verdient, klingt schlimm, nicht?



