EH55-Förderung: Zögerlicher Start beim Wohnungsbau
Das Förderprogramm für energieeffiziente Neubauten kommt nur langsam in Gang. Von 800 Millionen Euro sind bislang nur etwa 150 Millionen Euro abgerufen worden. Branchenexperten diskutieren über die Gründe.
Seit der Wiederauflegung der EH55-Förderung im Dezember 2025 wurden bislang etwa 15.800 Wohneinheiten unterstützt. Das Bundesbauministerium berichtet von rund 4.000 eingegangenen Anträgen. Von der verfügbaren Fördersumme von 800 Millionen Euro sind erst ungefähr 150 Millionen Euro gebunden – 650 Millionen Euro bleiben vorerst ungenutzt.
EH55-Häuser verbrauchen nur die Hälfte der Energie eines Standardgebäudes und müssen ihre Wärmenergie vollständig aus erneuerbaren Quellen beziehen. Die staatliche Förderbank KfW vergibt zinsverbilligte Kredite von bis zu 100.000 Euro pro Wohneinheit. Das Programm sollte den stockenden Neubaumarkt ankurbeln, nachdem es 2022 zunächst eingestellt worden war.
Die Branche deutet den bisherigen Verlauf unterschiedlich: Während einige Vertreter den langsamen Start als normal für Planungsprozesse ansehen, kritisieren andere die aktuellen Zinssätze als zu unattraktiv. Ein Kritikpunkt ist auch die Forderung nach einer Genehmigung vor der Antragstellung, was Finanzierungsunsicherheiten schafft. Manche Bauherren bevorzugen den noch strengeren EH40-Standard wegen besserer Wiederverkaufschancen und niedrigerer Betriebskosten.