USA kündigen Strafzölle gegen 60 Länder an
Washington droht mit Zöllen zwischen 10 und 12,5 Prozent auf Importe. Grund sind mangelnde Kontrollen bei Produkten aus Zwangsarbeit. Ausnahmen gelten für bestimmte Lebensmittel und Rohstoffe.
Die USA wollen neue Zölle auf Importe aus rund 60 Ländern einführen. Wie das Büro des US-Handelsbeauftragten mitteilte, reagieren die Vereinigten Staaten damit auf unzureichende Maßnahmen gegen Zwangsarbeit in globalen Lieferketten. Länder, die bestehende Importverbote nicht ausreichend kontrollieren oder eigene Verbote verhängt haben, sollen unterschiedlich belastet werden.
Je nachdem, wie streng ein Land gegen Zwangsarbeit vorgeht, fallen die Zollsätze unterschiedlich aus. Kanada, Mexiko, die Europäische Union, Taiwan und das Vereinigte Königreich würden mit zehn Prozent Zöllen rechnen müssen. China, Indien, Japan, Südkorea, Brasilien und die Schweiz sollen mit 12,5 Prozent belegt werden. Länder, die bereits Importverbote für Zwangsarbeit-Produkte erlassen haben, profitieren von den niedrigeren Sätzen.
Allerdings gibt es auch Ausnahmen: Bestimmte Lebensmittel wie Rindfleisch, Obst, Kaffee und Orangensaft bleiben verschont. Auch Metalle, Brennstoffe und Chemikalien sind ausgenommen. Textilien und Bekleidung erhalten ermäßigte Zölle je nach Exportvolumen. Die Maßnahmen treten nicht sofort in Kraft – bis zum 6. Juli können Länder und Unternehmen Einwände erheben. Eine Anhörung folgt am 7. Juli.