Cum-Ex-Skandal: Verurteilter Gabay bleibt unerreichbar
Ein Jahr nach dem rechtskräftigen Urteil sitzt der verurteilte Steuerhinterzieher Henry Gabay immer noch nicht im Gefängnis. Der Fall offenbart Schwachstellen in der Justizvollstreckung.
Im Cum-Ex-Skandal hat es bislang kaum Konsequenzen gegeben: Obwohl das Urteil gegen Henry Gabay längst rechtskräftig ist, sitzt der verurteilte Steuerhinterzieher nach wie vor auf freiem Fuß. Ein Haftantritt ist auch ein Jahr nach der Urteilsfeststellung nicht in Sicht.
Der Fall wirft Fragen zur Effektivität der deutschen Justiz auf. Wenn zwischen Verurteilung und tatsächlicher Strafhaft lange Zeiträume verstreichen, stellt sich die Frage nach der Glaubwürdigkeit rechtsstaatlicher Konsequenzen.
Der Cum-Ex-Skandal hatte großen Schaden für die öffentliche Hand bedeutet – Milliarden Euro an Steuern wurden durch dubiose Deals mit Dividendenzertifikaten erstattet. Bislang sind Urteile gegen die Beteiligten spärlich und Vollstreckungen noch spärlicher.