Ben & Jerry's-Gründer fordern Unabhängigkeit vor Börsengang
Die Mitbegründer des Eisherstellers Ben & Jerry's wollen sich vom Mutterkonzern Unilever abspalten. Sie werfen dem Konzern vor, die sozialen Werte der Marke zu untergraben.
Unilever plant für November die Ausgliederung seiner Eissparte an die Börse. Dazu gehören die Marken Magnum, Langnese und Ben & Jerry's, die zusammen rund ein Fünftel des weltweiten Eismarkts abdecken. Doch die Gründer Ben Cohen und Jerry Greenfield wehren sich gegen diesen Plan.
In einem offenen Brief kritisieren sie, dass Unilever das Unternehmen von kurzfristigen Interessen leiten lässt, statt die Markenwerte zu schützen. Ben & Jerry's sei für sein Engagement in Gesellschaftsfragen bekannt – gegen Ungerechtigkeit, für Klimaschutz und Menschenrechte. Dieser Aktivismus gehöre zur Identität der Marke. Cohen und Greenfield fordern daher die vollständige Unabhängigkeit von Ben & Jerry's.
Die Spannungen zwischen der Eismarke und Unilever sind nicht neu. 2024 klagte Ben & Jerry's gegen den Konzern, weil dieser Aussagen zur Unterstützung palästinensischer Geflüchteter unterdrückt haben soll. Auch die Entscheidung von 2021, den Vertrieb im Westjordanland und Ostjerusalem einzustellen, hatte zu Konflikten geführt. Die Gründer sehen ihre Marke durch die Zugehörigkeit zu Unilever gefährdet und an Wert verlierend.