China und Russland deuten Weltkriegsgeschichte um
Bei einem Treffen beschrieben Xi Jinping und Wladimir Putin China und Russland als alleinige Siegermächte des Zweiten Weltkriegs. Experten warnen vor politischer Instrumentalisierung der Geschichte.
China und Russland revidieren offenbar ihre Darstellung der Weltkriegsgeschichte. Bei einem Treffen mit Kreml-Chef Putin erklärte Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping, dass China und Russland die entscheidenden Siegermächte gegen Nazi-Deutschland und Japan gewesen seien. Die Vereinigten Staaten blieben in dieser Darstellung unerwähnt – obwohl amerikanische Truppen massiv an beiden Kriegsschauplätzen kämpften und China militärisch erheblich unterstützten.
Experten sehen darin ein Muster der Geschichtsumformung zu politischen Zwecken. In Moskau wird schon seit Jahren die sowjetische Rolle übergewichtet und die westlichen Alliierten marginalisiert. China fahre offenbar eine ähnliche Strategie, um sein Expansionsstreben zu legitimieren, warnt der CDU-Außenpolitiker Johannes Volkmann. Er befürchtet, dass die Geschichtspolitik territoriale Ansprüche vorbereiten könnte – wie in Russland vor dem Ukraine-Krieg.
Anlass für die Debatte ist eine Militärparade in Peking zum 80. Jahrestag des Kriegsendes. Putin und Nordkoreas Kim Jong-un sind angekündigt. China nutzt das Gedenken, um politische Macht und historische Legitimation zu verbinden – während es gleichzeitig Taiwan mit Invasion bedroht.